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Aus dem Tief steil nach oben

Saarbrücken. Obwohl der Frauen-Fußball-Club Dudweiler erst ein Jahr alt ist, kann er schon große Erfolge vorweisen – im Ligabetrieb und in der Halle. In diesem Winter hat sich der FFC für das Hallenmasters qualifiziert. Von SZ-MitarbeiterAlexander Zewe

Jung, erfolgreich, finanziell gesund. Diese drei Attribute machen den FFC Dudweiler zu einer attraktiven Adresse im saarländischen Frauenfußball. Am Samstag nehmen die Damen des FFC nach zwei Turniersiegen und als viertbester Qualifikant am Volksbanken-Frauenmasters teil. Die zwölfte Auflage des Hallenmasters findet in der Herbert-Klein-Halle in Wadern statt. Die Fußballerinnen aus Dudweiler stehen bereits zum dritten Mal im Finalturnier. Und das - so paradox es auch klingen mag -, obwohl der Verein erst ein Jahr alt ist.

Bis vergangenen Winter gehörte die Mannschaft als Abteilung zum ASC Dudweiler, nahm seit 2007 am Spielbetrieb teil. In der Winterpause 2012/2013 der Schock: Die Vereinsführung hatte die Mannschaft aus dem laufenden Wettbewerb abgemeldet. Die Beteiligten um Abteilungsleiter Reinhold Brückner erfuhren das vom Verband. "Es gab keinen Streit oder sonst etwas, das die Trennung begründet hätte", so Brückner, der bis heute nicht weiß, was der Grund für die Abmeldung war.

Doch der Tiefschlag entwickelte sich zum Positiven: Kurzerhand entschlossen sich die Spielerinnen, einen eigenen Verein zu gründen. Am 1. Februar 2013 wurde der FFC Dudweiler unter dem Vorsitz von Brückner offiziell eingetragen. Dank der Unterstützung des Saarländischen Fußballverbandes durfte die Mannschaft den Platz des ASC Dudweiler übernehmen und zur Rückrunde weiter in der Landesliga spielen. Der Kader blieb ohnehin der gleiche. Alle 20 Spielerinnen wechselten geschlossen zum neu gegründeten Verein.

Seitdem ist beim FFC Dudweiler einiges passiert. Mittlerweile sind 92 Mitglieder im Verein registriert, vier Teams nehmen am offiziellen Spielbetrieb teil. Nach dem dritten Platz in der vergangenen Saison liegt die erste Mannschaft von Trainer Stefan Kunkel zurzeit ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz hinter der SG Parr Medelsheim. Mit Anne-Katrin Ulrich (FV Fischbach) und Fidan Yakut (SV Furpach) bekam der FFC in der Winterpause Verstärkung. "Der Aufstieg in die Verbandsliga wäre schön. Aber wenn es nicht klappen sollte, ist es auch nicht schlimm", erklärt Brückner. Spätestens nächste Saison will der FFC den Aufstieg schaffen.

Ein weiteres Ziel hat der FFC bereits früher erreicht als gedacht. Eine zweite Mannschaft wurde dieses Jahr erstmals gemeldet und soll im nächsten Jahr erweitert werden. Auch die Jugendabteilung soll ausgebaut werden. Dank der Arbeit von Jugendtrainer Egon Schiwek hat der FFC derzeit eine B-und eine D-Jugend. Nächste Saison sollen weitere folgen.

Beim Masters am Wochenende sieht Brückner sein Team aber als Außenseiter. "Ein Traumziel wäre das Halbfinale." Doch dafür müsste der FFC schon das erste Spiel gegen Verbandsligist FC Riegelsberg gewinnen. Ligakonkurrent Medelsheim sowie Gruppenfavorit SSV Saarwellingen sind die weiteren Gegner. Um 14 Uhr beginnt das Turnier, das Finale findet um 18.50 Uhr statt.