Auf Tour kommt er nie zur Ruhe

Anfang 2012 erreichte Max Prosa mit seinem ersten Album „Die Phantasie wird siegen“ Platz 20 der Charts. Obendrein wurde er von den Kritikern mit Bob Dylan verglichen. Die Folge: Seine erste eigene Tournee war restlos ausverkauft. Gerade erschien „Rangoon“, das zweite Werk des 23-jährigen Berliners. SZ-Mitarbeiter Kai Florian Becker sprach mit Prosa vor seinem Auftritt am Sonntag in Saarbrücken.

Bürgerlich heißen Sie Max Podeschwig, nennen sich aber Max Prosa. Warum? Der Künstlernachname weckt ja gewisse Erwartungshaltungen an Ihre Texte.

Prosa: Stimmt, tut er. Der Name schwirrte mir irgendwann durch meinen Kopf und passte zu dem, was ich so machte. Ich mochte auf Anhieb den Klang des Namens.

Warum haben Sie sich überhaupt einen Künstlernamen zugelegt? Um besser die Rolle zwischen dem Privatmann und dem Entertainer tauschen zu können?

Prosa: Nein. Eigentlich wirklich nur aus Klanggründen. Podeschwig ist schwierig zu merken, zu schreiben und auszusprechen. Das ist bei Prosa komplett anders. Daher hat das schon sehr gut gepasst.

Was haben Sie an "Rangoon" im Vergleich zu "Die Phantasie wird siegen" bewusst anders gemacht?

Prosa: Bewusst kann man nicht sagen. Das Album ist einfach von sich heraus anders geworden. Ich habe vom ersten Album einiges gelernt und wusste, was ich anders machen wollte. Zudem wollte ich meiner Band mehr Raum geben. Und ich habe mich mit anderen Themen beschäftigt, was sich auf die Texte niedergeschlagen hat. Wahrscheinlich wird auch das dritte Album wieder anders. Das hoffe ich zumindest.

Das klingt so, als hätten Sie bereits mit der Arbeit begonnen?

Prosa: Naja, mal schauen. Im Kopf habe ich schon seit Längerem die eine oder andere Idee. Schließlich ist "Rangoon" schon seit einigen Monaten fertig.

Es heißt, Sie hätten die "Rangoon"-Songs auf Tournee geschrieben. Wie fanden Sie zwischen Soundcheck und Konzert überhaupt die nötige Ruhe?

Prosa: Ich hatte nach "Die Phantasie wird siegen" das unheimliche Bedürfnis, gleich weiterzumachen. Die Songs waren ja über einen Zeitraum von fünf, sechs Jahren entstanden. Ich hatte längst den Punkt erreicht, an dem ich neue Lieder schreiben wollte. Deswegen verspürte ich einen innerlichen Druck, während der Tour zu komponieren. Eigentlich ist das nicht so mein Ding, weil man wirklich nie richtig zur Ruhe kommt. Ich bin auch froh, wenn ich mal einfach nur ein Buch lesen kann.

Oder mal gar nichts zu machen...

Ja, auch das. Wobei Keith Richards diesbezüglich mal sagte: 23 Jahre Rock'n'Roll bedeuten, 21 Jahre zu warten. Das müssen wir gerade schmerzhaft wiedererleben. (lacht)

Termin: Max Prosa am 12. Mai um 19 Uhr in der Saarbrücker "Garage".

garage-sb.de

maxprosa.de