Auf geht's bis unters Hallendach

Klettern zählt zu den Trendsportarten. Ob in luftiger Höhe, gesichert durch Seil und Gurt, oder beim Bouldern, ganz ohne Sicherung, in einer Höhe von etwa vier Metern. In Saarbrücken ist beides möglich.

Die Tage werden kürzer, Regen zählt wieder zum vertrauten Anblick, und es kann nicht mehr lange dauern, bis Pudelmütze und Handschuhe ausgekramt werden. Alles in allem sind das optimale Bedingungen zum Klettern. In der Halle versteht sich. Im Regionalverband haben Freunde des Klettersports gleich zwei Möglichkeiten, ihrem Hobby nachzugehen.

Unter anderem in der Kletter- und Boulderarena (KBA) in Herrensohr, wo vor allem Boulder-Fans auf ihre Kosten kommen. Zum Bouldern, also zum Klettern ohne Seil und Gurt, in einer sicheren Absprunghöhe bis etwa vier Meter, gib es in der KBA jede Menge Gelegenheit. "Bei der Gestaltung der Halle haben wir uns an dem Klettergebiet Fontainebleau, in der Nähe von Paris, orientiert, dem Mekka für Boulderer", erklärt Andreas Hoffmann von der KBA. "Weil auch bei uns alle Boulder ausgeklettert werden können. Alle Blöcke haben einen Ausstieg, wie in Fontainebleau, und das finden unsere Kunden super", sagt Hoffmann. Insgesamt 300 Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden verteilen sich auf den 400 Quadratmetern Boulderfläche der fünf pilzähnlichen Blöcke in der Halle.

Bei Kindern sehr beliebt

"Um zu bouldern braucht man keinerlei Vorkenntnisse. Jeder kann vorbeikommen und es einfach mal ausprobieren", sagt Hoffmann. Auch bei Kindern sei bouldern sehr beliebt, und die können sich nach Herzenslust an der Kinderwand austoben. "Viele Kinder kommen übers Bouldern zum Klettern. Deshalb bieten wir neben Kursen für Familien oder Einzelpersonen auch spezielle Kletterkurse für Kinder ab etwa neun Jahren an", sagt Hoffmann. "Wir haben im Oktober 2011 als Boulderhalle eröffnet und die Halle später ausgebaut, sodass wir seit Juli 2012 auch Seilklettern anbieten können." Und zwar an künstlichen Wänden, in die auch natürliche Materialien wie Holz eingearbeitet sind. 60 Routen können an denen geklettert werden, bis in eine Höhe von zehn Metern. Und auch da werden Anfänger und Profis gefordert. "Alle, die hier arbeiten, sind selbst begeisterte Kletterer und legen viel Wert darauf, dass die Routen an den Kletterwänden und an den Boulderblöcken spannend sind. Wir haben ein Team, das die Routen immer mit viel Einsatz schraubt und immer wieder erneuert. So kommt keine Langeweile beim Klettern auf", sagt Hoffmann.

Auch im Kletterzentrum Saarbrücken ist Langeweile ein Wort, das kaum gebraucht wird. Gerade erst wurde die 2009 eröffnete Halle ungebaut, sodass 1400 Quadratmeter Kletterfläche mit einer Höhe von bis zu 13 Metern und 200 Quadratmeter Boulderfläche zur Verfügung stehen. "Wir konnten durch den Umbau nicht nur fünf Meter an Höhe gewinnen, sondern haben jetzt endlich Tageslicht in der Halle, was ein Riesenpluspunkt ist", sagt Geschäftsführerin Christina Rückel. Zwar sei der Fokus im Kletterzentrum anfangs nicht auf den Boulderbereich gerichtet gewesen, "aber seit wir den verlegt und ausgebaut haben, wird auch der sehr gut angenommen. Im kommenden Jahr wollen wir den Boulderbereich deshalb auch erweitern."

Sicherheit geht vor

Wie auch in der KBA, kommen im Kletterzentrum Saarbrücken nicht nur Profis auf ihre Kosten, sondern auch Anfänger und Kinder. "Zu uns kommen Schulklassen und Schul-AGs und sogar Kindergärten. Außerdem bieten wir jeden Tag Kinderklettern an. Und die Kleinen haben nicht nur Riesenspaß, sie klettern auch sensationell gut", findet Christina Rückel.

Klettern, sagt sie, trainiere den gesamten Körper und sei der ideale Sport, um abzuschalten. "Man kann beim Klettern wunderbar entspannen, weil man sich ganz auf den nächsten Zug konzentriert und rundherum alles vergisst", erklärt Christine Rücke und fügt hinzu: "Ein Riesenvorteil beim Klettern ist zudem, dass ein Anfänger und ein Profi diesen Sport gemeinsam ausüben können, ohne dass sich der eine langweilt oder der andere überfordert ist." Denn einer müsse am Boden sichern, der andere könne eine Route seiner Wahl klettern. Und davon gibt es im Kletterzentrum gut 200 Stück.

Was die Sicherheit beim Klettern angeht, gilt sowohl in Saarbrücken als auch in Herrensohr eine klare Regel: keine Experimente. In beiden Hallen werden Kurse für Einsteiger angeboten, bei denen die Sicherungstechnik erlernt wird. Und so betonen Christina Rückel vom Kletterzentrum und Andreas Hoffmann von der Kletter- und Boulderarena, dass es bislang zu keinen größeren Unfällen in den Hallen gekommen sei. "Und das soll auch weiterhin so bleiben", sind sich beide einig.

Wer im Kletterzentrum Saarbrücken bis unters Hallendach klettern möchte, muss erst mal 13 Meter hinaufsteigen.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Kletter- und Boulderarena befindet sich in den Herrensohrer Wiesen 1 in Herrensohr. Tel. (0 68 97) 9 52 22 46kba-saar.de Das Kletterzentrum Saarbrücken befindet ich in der Mainzer Straße 30 in Saarbrücken. Tel. (06 81) 9 10 22 32kletterzentrum-saarbruecken.de