Auch kranke Katzen kommen klarKranke Katzen - und was ihnen hilft

Saarbrücken. Katzen sind eigenwillig. Und deshalb mögen wir sie ja auch so sehr. Aber wer ihnen nie Grenzen setzt, schadet ihnen und macht sie zu Sonderlingen, die es im Leben schwer haben. Vor allem dann, wenn sie im reiferen Alter noch einmal ein neues Zuhause brauchen

 Brigitte Montag vom Heim-Team mit dem Maine-Coon-Mix-Mädchen Susi (12). Die Katze hat einen angeborenen Herzfehler, ist sehr menschenbezogen, braucht Ruhe und viel Liebe. Fotos: Barbara Cornetz

Brigitte Montag vom Heim-Team mit dem Maine-Coon-Mix-Mädchen Susi (12). Die Katze hat einen angeborenen Herzfehler, ist sehr menschenbezogen, braucht Ruhe und viel Liebe. Fotos: Barbara Cornetz

Saarbrücken. Katzen sind eigenwillig. Und deshalb mögen wir sie ja auch so sehr. Aber wer ihnen nie Grenzen setzt, schadet ihnen und macht sie zu Sonderlingen, die es im Leben schwer haben. Vor allem dann, wenn sie im reiferen Alter noch einmal ein neues Zuhause brauchen.Was passiert, wenn eine Katze alle Eigenheiten ungebremst ausleben darf, zeigt sich an Mupfel, die auf unserem Bild mit Anja Walter zu sehen ist.

Mupfel ist eine bildschöne Maine-Coon-Mix-Dame mit regelrechten Macken. Katzenkennerin Barbara Best vom Tierheim listet sie auf: "Sie neigt dazu, in ihrem Zuhause den Chef zu markieren. Sie mag keine anderen Katzen, sie duldet aber auch ihren Menschen nur. Wenn sie den Sessel beansprucht, soll ihr Mensch sich nur wagen, das auch zu tun. Sie braucht also katzenerfahrene Menschen, die sich von ihr nicht ins Bockshorn jagen lassen und ihr Contra geben, wenn sie mal wieder ihre fünf Minuten hat. Man darf sie aber auch nicht unterschätzen, denn wenn sie knurrt wie ein Schäferhund und die Zähne zeigt, wird selbst Kennern mulmig. Bei uns ist sie immer lieb und schmusig, aber in ihrem letzten Zuhause ließ sie sich am Schluss nicht mehr händeln, obwohl sie dort alle Möglichkeiten hatte, auch Freigang. Wir sind sicher, mit konsequenten Menschen, die genug Zeit für sie haben, wird aus ihr eine tolle Katze."

Katze Mupfel

Alter: vier Jahre

Rasse: Maine-Coon-Mix

Kastriert: ja

Gesundheit: mopsfidel

Besonderheit: Chefin im Ring, Einzelkatze

Moses (mit Besucher Boris Barckow) kam abgemagert als Fundkater ins Heim. Er wollte nicht fressen, hatte sehr schlechte Leberwerte. Mittlerweile frisst er aber recht gut und die Betreuer hoffen, dass seine Leberwerte besser werden.

Kater Moses

Alter: unbekannt

Rasse: Europäisch Kurzhaar

Kastriert: ja

Gesundheit: Leberprobleme

Besonderheiten: sehr verschmust

Es ist nicht viel an ihm dran, aber er schmust für sein Leben gern, und auf jemandes Schoß zu schlafen ist für ihn das Größte. Mit anderen Katzen ist er sehr verträglich. Attila ist ein Notfall. Gabi Schlosser sieht seine vielen Vorzüge.

KaterAttila

Alter: zwölf Jahre

Rasse: Maine-Coon-Mix Kastriert: ja

Gesundheit: chronische Verdauungsprobleme

Besonderheiten: liebesbedürftig

Sie weiß, wie gut er mit seinem chronischen Verdauungsproblem klarkommt. "Er verträgt nicht alles. Wir versuchen, mit Cortison eine Besserung zu erreichen. In einem festen Zuhause könnte man spezielle Diätnahrung ausprobieren." Angeborene Herzfehler treten bei Maine-Coon-Katzen relativ häufig auf. Man sollte sich hüten vor diesen Maine-Coon-Katzen ohne Papiere. "Ohne Herzultraschall kann man eine solche Erkrankung nicht ausschließen", sagt Barbara Best. Wer Modekatzen wie die Maine-Coon ohne Papiere kaufe oder gar kranke Tiere zur Zucht einsetze, unterstütze die Zunahme dieser Erbkrankheiten, weil kranke Tiere sich weiter vermehren können, sagt Best.

Angeborene Taubheit: Bei rein weißen Tieren, deren Fellfarbe durch Gene vorbestimmt ist, treten Schwerhörigkeit oder Taubheit in unterschiedlicher Ausprägung auf. Diese Katzen nehmen nicht wahr, dass eine andere Katze sie anfaucht und sie so warnen möchte. Ebenso können sie weder Beutetiere hören noch eigene Geräusche wahrnehmen. Taube Katzenmütter können die Laute ihrer Babys nicht hören und sie daher nicht schützen. Und die Geräusche von Autos können sie ebenfalls nicht hören, daher wäre Freilauf lebensgefährlich.

Lebererkrankungen bei der Katze können viele Ursachen haben. Eine sichere Diagnose ist schwer. Oft führt langes Hungern zu schlechten Blutwerten. Bei schlechten Werten kann Spezialnahrung helfen. Dabei geht es vor allem darum, das Tier optimal zu versorgen. Hierzu setzt der Katzenbesitzer leicht verdauliches Futter ein, damit die Leber beim Aufbereiten der Nährstoffe und beim Beseitigen von Schadstoffen möglichst wenig Arbeit hat. Auch sollten Katzen kleine Portionen bekommen, um die Leber zu entlasten. Die Chancen auf Heilung stehen auf jeden Fall gut, da sich die Leber vollständig regenerieren kann. red

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Weitere Infos im Tierheim unter Telefon (06 81) 5 35 30.

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