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Assyrische Christen wollen traumatisierte Verwandte retten

Saarbrücken. Dietmar Klostermann

Der assyrische Kulturverein im Saarland hofft auf die Unterstützung deutscher Behörden bei der Rettung von 23 schwer traumatisierten Familienangehörigen aus der nordsyrischen Stadt Al-Hassaka. Diese 23 Assyrer gehörten zu mehr als 200 Christen , die bei einem Angriff der Terroristen des Islamischen Staates (IS) auf ihre Dörfer am Fluss Chabour im Februar als Geiseln genommen worden waren. Der IS habe 23 Assyrer überraschend frei gelassen, doch seien die Menschen durch die Geiselhaft schwerst traumatisiert, sagte Charli Kanoun, Chef des Kulturvereins, der SZ. "Es geht uns nicht um eine Sonderbehandlung, es geht uns um die wirklich dringende Rettung von nur 23 Menschen", sagte Kanoun. Die Ex-Geiseln seien derzeit in Gotteshäusern in Al-Hassaka untergebracht, das von IS-Einheiten eingekesselt sei.

Kanoun und weitere Vereinsmitglieder trafen sich jetzt mit Vertretern aller Landtagsfraktionen. "Es muss etwas passieren, da waren wir uns fraktionsübergreifend einig", sagte Heike Kugler (Linke) der SZ. Roland Theis (CDU ) erklärte, das Treffen sei "ein Zeichen der Solidarität mit den assyrischen Christen im Saarland" gewesen und eine Reaktion auf deren Hilferuf. Hinter den Kulissen laufen nach SZ-Informationen Bemühungen, die IS-Opfer zur Behandlung ins Saarland zu holen. Die Kosten will der Kulturverein übernehmen.