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Anwalt des Polizisten fordert Gutachten über Glaubwürdigkeit des Opfers

Anwalt des Polizisten fordert Gutachten über Glaubwürdigkeit des Opfers

Das Schöffengericht am Amtsgericht Saarbrücken muss im Prozess gegen einen 31 Jahre alten Kommissar, der einen Rumänen misshandelt haben soll, entscheiden, ob ein Sachverständiger zur Glaubwürdigkeit des Opfers gehört wird.

Verteidiger Joachim Giring hat Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Schilderung des polizeibekannten Rumänen angemeldet, der nach eigenen Angaben an schizophrenen Störungen leidet. Giring hat gestern per Beweisantrag die Einschaltung eines Gutachters gefordert. Oberstaatsanwältin Sabine Kräuter-Stockton betonte dagegen, der Zeuge habe seine Aussage wiederholt im Kern bestätigt. Zudem würden Schilderungen weiterer Zeugen und Tatsachen für die Glaubwürdigkeit des Mannes sprechen. Das Gericht könne in eigener Sachkunde die Glaubwürdigkeit beurteilen. Deshalb soll der Beweisantrag abgelehnt werden. Der Vorsitzende Richter Markus Kehl kündigte für nächste Woche eine Entscheidung an. Er verlas gestern mehrere Atteste und Arztbriefe zur Krankengeschichte des Rumänen, der mehrfach in psychiatrischen Kliniken in Saarbrücken , Paris und Rumänien behandelt wurde.

Auf einem Feld bei Brebach-Fechingen kam es an einem Sonntagmorgen im Februar 2014 zu dem angeblichen Übergriff des Kommissars auf den 28-jährigen Rumänen. Sein damaliger Streifenpartner hat den Beamten belastet. Dem Rumänen wurde Pfefferspray ins gesprüht. Er wurde mit einem Fußtritt zu Boden gestoßen. Zudem soll er mit durchgeladener Dienstpistole bedroht worden sein. Der Polizist räumt Teile des Geschehens sein, spricht aber von Notwehr.