Anny Hwang: Es geht steil bergauf mit der Karriere

Saarbrücken/Berlin. Anny Hwang, die junge saarländische Pianistin mit asiatischen Wurzeln, ist zufrieden: Ihre Tournee im Dezember nach China und Taiwan war erfolgreich. Unter anderem hat sie in der Hauptstadt Taipeh mit dem "Taipeh Symphony Orchestra" gespielt, mit dem sie auch bei den Musikfestspielen Saar 2009 aufgetreten ist

Saarbrücken/Berlin. Anny Hwang, die junge saarländische Pianistin mit asiatischen Wurzeln, ist zufrieden: Ihre Tournee im Dezember nach China und Taiwan war erfolgreich. Unter anderem hat sie in der Hauptstadt Taipeh mit dem "Taipeh Symphony Orchestra" gespielt, mit dem sie auch bei den Musikfestspielen Saar 2009 aufgetreten ist. Auf dem Programm - wie auch zum Beispiel in der gut zwei Millionen Einwohner zählenden Stadt Xia-Men im Süden Chinas - jeweils eine echte pianistische Herausforderung: Das erste Klavierkonzert von Franz Liszt.

Es geht also steil bergauf mit der Karriere. Dabei wollte Anny Hwang eigentlich überhaupt nicht Pianistin werden. Für das Mädchen - 1989 geboren als Tochter eines Taiwaners und einer Südkoreanerin, die sich beim Studium in Saarbrücken kennen gelernt hatten - sollte Musik eine schöne Nebensache bleiben. Obwohl sie schon früh als ungewöhnliche Begabung erkannt worden war und mit drei Jahren den ersten Klavierunterricht hatte - bei der Mutter, einer studierten Kirchenmusikerin, die heute in Dudweiler die Musikschule Chung betreibt. Bald wurde Anny Schülerin von Professor Kristin Merscher, war mit 14 Jungstudentin an der Musikhochschule des Saarlandes, kam im Rahmen der "Initiative Hochbegabtenförderung" ans Mozarteum in Salzburg, zu Professor Karl-Heinz Kämmerling - und entschloss sich schließlich doch zum regulären Musikstudium. 2008 hat sie die Aufnahmeprüfung für das Studium bei Jacques Rouvier, dem renommierten Pianisten und Pädagogen in Berlin, bestanden und lebt deshalb jetzt auch überwiegend in Berlin.

Ein ungeheures Fleißprogramm hat sie sich auferlegt: Sie übt mindestens vier, oft auch bis zu sieben Stunden täglich. Der Lohn: 2005 gewann sie den 1. Bundespreis bei "Jugend musiziert". Hatte 2006 ihr Konzertdebüt - in Kiew, mit dem ersten Beethoven-Konzert. Dann, sensationell, 2007, das Neujahrskonzert in der größten Musikhalle in Schanghai - da war sie 18.

Sie hat schon mit vielen Orchestern musiziert, Rundfunksendungen - auch mit Solo-Programmen - absolviert. Erste Preise bei Wettbewerben im In- und Ausland gewonnen und sich einen Namen gemacht.

Ihren saarländischen Ehrentitel - Anny ist eine der 60 "Super-Botschafter" des Saarlandes" - trägt sie zweifellos zu Recht: Sie macht Musikinteressierte auch in fernen Regionen auf die Saar aufmerksam. Zumal ihre jüngste CD mit dem Klavierkonzert von Samuel Barber, aufgenommen bei den Musikfestspielen Saar 2009, auf der Rückseite das Bild der mit dem Sternenbanner verhüllten Saarschleife zeigt.

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Geplant sind nun für das kommende Jahr Konzerte mit der "Deutschen Radio Philharmonie" in Kaiserslautern und in Saarbrücken, und im Oktober geht es auf große Tournee nach Südkorea, in die Heimat der Mutter. tb

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