Anne Müller-Dorn lässt kunstvoll Plastik den Raum erobern

St. Johann. Anne Müller-Dorn liebt es, aus verschiedenen Materialien Kunst zu machen. Das zeigt ihre Ausstellung "Derivate" im Kulturfoyer. Die an der HBK Saar diplomierte Künstlerin und Meisterschülerin von Prof. Sigurd Rompza arbeitet mit Kunststoffen, Papierfäden, Silikon oder Folien

St. Johann. Anne Müller-Dorn liebt es, aus verschiedenen Materialien Kunst zu machen. Das zeigt ihre Ausstellung "Derivate" im Kulturfoyer. Die an der HBK Saar diplomierte Künstlerin und Meisterschülerin von Prof. Sigurd Rompza arbeitet mit Kunststoffen, Papierfäden, Silikon oder Folien. Dazu faltet sie in Streifen geschnittene, durchsichtige Folie und befestigt sie auf einem quadratischen, grell leuchtenden Bildträger. Oder sie klebt Papierfäden in kleinen Wellen auf den Untergrund und verleiht diesen Fäden mit Silikontropfen zusätzliche Körperlichkeit. In beiden Fällen verleiht die Künstlerin, die in Zweibrücken geboren wurde und im Mandelbachtal und in Brüssel lebt, ihren Materialbildern unerwartete Tiefe.

Werke warten mit 3-D-Effekt auf

Überhaupt gewinnt man in der Ausstellung den Eindruck, dass Müller-Dorn sich gern zwischen zwei- und dreidimensionaler Kunst bewegt. Besonders fällt dies auf bei ihren raumgreifenden Objekten, die sie in bunten Farben gestaltet und auf kleinen Podesten ausstellt. Erst nehmen Transparenz und Zartheit dieser Objekte den Betrachter gefangen, sind es doch leichte runde Plastikgebilde, die den Raum erobern. Dann erkennt man, dass Müller-Dorn kleine Plastikringe, etwa Verschlüsse von Getränkeflaschen, verschmolzen hat und diese zu ihren raumgreifenden Gebilden geformt hat. Aber gerade das Spiel zwischen Verfremdung des Alltäglichen und der Zartheit des Objektes macht den Reiz dieser Arbeiten aus. Gemälde der Künstlerin zeigt die Ausstellung auch. Im vorderen Raum des Kulturfoyers sind ebenfalls rosa Plastiken zu sehen. Diese Objekte korrespondieren mit den Gemälden, auf denen vor schwarzem Hintergrund stark abstrahierte Personen dargestellt sind. Die Figuren sind zum Teil rosa gekleidet und bewegen sich. Wie auf langzeitbelichteten Fotografien stellt Müller-Dorn in ihren Gemälden diese Bewegung als verschränkte Linien dar, die wie die Objekte davor in der gleichen Farbe gestaltet sind und wie diese mit Raum und Form spielen. nba

Anne Müller-Dorn: "Derivate", bis zum 7. März im Kulturfoyer, Passagestraße 2-4. Geöffnet: Montag bis Mittwoch von 8 bis 17 Uhr, Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 15.30 Uhr. Am Sonntag, 10. März, gibt es ab 15 Uhr zur Finissage ein Gespräch mit der Künstlerin.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort