Angst vor der Deponie-Erweiterung

Heute Abend befasst sich der Ortsrat Kirrberg mit einem Thema, das bereits seit über einem Monat in Mörsbach und Zweibrücken für Aufsehen sorgt. Es geht um die Mülldeponie, die erweitert werden soll.

Im benachbarten pfälzischen Mörsbach werden die kürzlich vom Zweibrücker Stadtrat befürworteten Kapazitäts-Erweiterungspläne der Mülldeponie im Rechenbachtal kritisch betrachtet. Eine Bürgerinitiative kämpft gegen das Vorhaben, das der Betreiber UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) bei der zuständigen Kommunalaufsicht beantragt hat. Die Entscheidung steht aus. Ende Februar kam es im Zweibrücker Stadtrat bereits zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Zweibrückens Oberbürgermeister Kurt Pirmann und zahlreich erschienenen Gegnern der Erweiterungspläne. Plakate mit der Aufschrift "Mörsbach wehrt sich!" an den Zufahrtsstraßen zum Ort verdeutlichen zudem, wie sehr Bürger die Erweiterung der Deponie ablehnen. Aber auch im Nachbarort Kirrberg auf saarländischer Seite sieht man der Entwicklung durchaus mit gemischten Gefühlen entgegen (wir berichteten). Kirrbergs Ortsvorsteher Manuel Diehl bewertete die Entscheidung aus Zweibrücken im Gespräch mit unserer Zeitung gestern so: "Wir werden heute Abend im Ortsrat diskutieren, ob durch die Entscheidung aus Zweibrücken ein Schaden für Kirrberg entstehen kann. Und wenn wir einen solchen Schaden vorhersehen, dann müssen wir besprechen, wie wir ihn abwenden können." Gegenwärtig, so Diehl, sei auf Basis von Infos seitens der Mörsbacher Bürgerinitiative wohl davon auszugehen, "dass die Erweiterung der Deponie zu einem verstärkten Verkehr in Kirrberg führen könne". Generell wolle man aber "keinen Schnellschuss aus der Hüfte wagen. Wir werden die Informationen seitens des UBZ und der Unteren Bauaufsicht der Stadt Homburg im Ortsrat und im zuständigen Ausschuss des Stadtrats abwarten", so Kirrbergs Ortsvorsteher. Natürlich sei er empfänglich für die Sorgen der Kirrberger rund um die mögliche Vergrößerung der Deponie Mörsbach. Aber: "Das Projekt sieht verfahrensrechtlich derzeit keine Beteiligung benachbarter Kommunen vor." So habe weder der Kirrberger Ortsrat noch die Stadt Homburg aktuell einen Einfluss auf die Erweiterungspläne. Nichts desto Trotz werde der Kirrberger Ortsrat darüber beraten, ob man sich, sollte sich das Zweibrücker Vorhaben doch zum Nachteil für Kirrberg entwickeln, nicht doch auf die Suche nach Rechtsmitteln mache.

Dass es für benachbarte Kommunen wie Homburg keine Handhabe im Verfahren gebe, bestätigte auch Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff. Man sei bislang lediglich im Zuge der öffentlichen Auslage der Pläne im Homburger Rathaus Teil des Projektes. "Die Pläne waren Anfang des Jahres, vom 2. Januar bis 3. Februar, bei uns einsehbar", so Kruthoff. Es hätten sich auf Grundlage dieser Auslegung aber keine Einwände ergeben, "es gab noch nicht einmal Nachfragen aus der Bürgerschaft, null, gar nix".

Anlässlich der Sitzung des Kirrberger Ortsrates werde Bauamtsleiter Michael Banowitz Informationen zur beantragten Deponie-Erweiterung in Mörsbach aus Sicht der Unteren Bauaufsicht geben. Bürgermeister Klaus Roth stellte klar: "Auch wenn wir in dieser Sache keine Zuständigkeit haben, so werden wir dennoch stets unsere Interessen und die unserer Bürger wahren."

Zum Thema:

Auf einen Blick Der Ortsrat Kirrberg wird sich unter Vorsitz von Ortsvorsteher Manuel Diehl heute Abend in seiner Sitzung um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus mit dem Thema "Erweiterung der Deponie im Rechenbachtal" in Mörsbach befassen. Dabei werden Informationen zu den Zweibrücker Plänen aus Sicht der Unteren Bauaufsicht der Stadt Homburg vorgestellt. thw

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