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Angeklagter lässt sich auf Deal mit Staatsanwaltschaft ein

Angeklagter lässt sich auf Deal mit Staatsanwaltschaft ein

Ein 29-Jähriger steht seit gestern wegen eines Wohnungseinbruchs in Wadgassen vor dem Landgericht. Im September 2013 sollen er und weitere Täter Schmuck und Bargeld im Wert von 50 000 Euro erbeutet haben.

Vor einer Großen Strafkammer des Landgerichts Saarbrücken hat gestern der Prozess gegen einen mutmaßlichen Einbrecher begonnen. Der 29 Jahre alte Angeklagte soll gemeinsam mit getrennt verfolgten Mittätern am 26. September vergangenen Jahres in ein Wohnhaus in Wadgassen eingebrochen sein. Das ältere Ehepaar bemerkte die Tat erst am nächsten Morgen, die Wohnung war durchwühlt und es fehlten Schmuck und Bargeld im Wert von 50 000 Euro. Die Frau wurde nachts zwar kurz wach und sah einen der Einbrecher, hielt ihn aber für ihren Ehemann.

Der Angeklagte sitzt zur Zeit wegen einer noch nicht rechtskräftigen Verurteilung in Untersuchungshaft. Er soll, ebenfalls als Mitglied einer Bande, europaweit Parkscheinautomaten aufgebrochen und ausgeraubt haben. Die Beteiligung am jetzt zur Debatte stehenden Einbruch will er im Rahmen eines Deals gestehen und die Mittäter benennen. Dabei soll eine Gesamtstrafe für den Wohnungseinbruch und die Parkscheinautomaten festgesetzt werden. Herauskämen nach Zusage des Gerichts zusammen dreieinhalb bis vier Jahre Gefängnis. Voraussetzung ist auch, dass die Revision vor dem Bundesgerichtshof zurückgenommen wird.

Die Tochter des ausgeraubten Ehepaares schilderte die Zustände in der Wohnung und die Verfassung ihrer Eltern nach der Tat. Ein Teil der Beute gehöre ihr, der angegebene Schadensbetrag beinhalte nur den reinen Edelmetallwert. Der Gesamtschaden liege eher bei 150 000 Euro.

Der Angeklagte will von seinen Mittätern lediglich einen Anteil von 1000 Euro bekommen haben. Manches sei kein Edelmetall, sondern "Blech" gewesen. Und im Übrigen sei sein Metier das Aufbrechen von Parkscheinautomaten gewesen. In die Szene der Einbrecher sei er geraten, weil seine Freundin arbeitslos wurde und er die Miete zahlen musste.

Die Polizei fand Hinweise auf die Täter durch Nachforschungen bei Edelmetall-Ankäufern. Auch auf einem Flohmarkt fanden sich Gegenstände aus dem Einbruch. Ein Mittäter soll sich in Bergamo im Gefängnis befinden, andere werden in Marseille und Bukarest vermutet.

Am Montag wird der Prozess mit den Plädoyers und der Urteilsverkündung fortgesetzt.