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Amerika hat mehr zu bieten als nur Trump

Saarbrücken. (mow) Dass ausgerechnet im Jahr des 60-jährigen Bestehens des Deutsch-Amerikanischen Instituts (DAI) in Saarbrücken die Politik eine so prominente Rolle spielen würde, hätte man dort bis vor ein paar Monaten wohl nicht gedacht. Doch dann kamen die Präsidentschaftswahlen in den USA dazwischen. "Hätte Hillary Clinton die Wahl gewonnen, wäre das Ganze vermutlich schon längst kein Thema mehr", so Bruno von Lutz, geschäftsführender Direktor des DAI. "Doch da Trump so sehr polarisiert, haben wir sehr viele Anfragen zu dem Thema." Da gerät der runde Geburtstag des DAI ein wenig in den Hintergrund. Und auch die rund 40 Veranstaltungen für 2017, die das Programmheft mit dem Slogan "Amerikanische Kultur erleben" bereithält.

So bietet das DAI gemeinsam mit den "Saarland Hurricanes" einen "American Football"-Workshop für Schulklassen an - ein Sport, der laut von Lutz "ein wesentlicher Bestandteil der amerikanischen Kultur" ist. Auch die Filmreihe "DAI Presents" in Zusammenarbeit mit dem Filmhaus Saarbrücken ist fester Bestandteil des Programms. Dieses Jahr zeigt man zum 100. Geburtstag von John F. Kennedy den Spielfilm "Jackie". Der Film zeigt die Tage der First Lady Jackie Kennedy, die auf die Ermordung ihres Mannes John folgten. Und in der Reihe "…all about American literature" werden von Herman Melville bis Carson McCullers bedeutende Werke der amerikanischen Literaturgeschichte diskutiert.



Um sich solche Veranstaltungen leisten zu können, ist man auf Finanzhilfe von mehreren Seiten angewiesen. In den vergangenen Jahren hat das US-Außenministerium seine Zuschüsse auf 20 000 Dollar jährlich verdoppelt. Weitere 34 000 Euro kommen vom Auswärtigen Amt in Berlin, 25 000 Euro vom Saarland. Damit sind rund 60 Prozent der laufenden Kosten gedeckt, die restlichen 40 Prozent müssen durch Spenden finanziert werden.

Trotz des prall gefüllten Jahresprogramms sieht von Lutz die größte Herausforderung für 2017 darin, die USA im Saarland auch politisch weiterhin zu vermitteln: "Trump wird wahrscheinlich noch einige Zeit unser Hauptthema bleiben."