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Am frühen Morgen ins kühle Nass

Für alle, die in Ruhe ein paar Bahnen ziehen wollen – ohne den nachmittäglichen Freibadtrubel – bietet das Totobad ab sieben Uhr morgens die Möglichkeit zum Frühschwimmen. Foto: Brenner
Für alle, die in Ruhe ein paar Bahnen ziehen wollen – ohne den nachmittäglichen Freibadtrubel – bietet das Totobad ab sieben Uhr morgens die Möglichkeit zum Frühschwimmen. Foto: Brenner FOTO: Brenner
St Johann. Die Idee zum „Frühschwimmen im Totobad“ stammt vom Förderverein, der es anfangs auch selbst organisierte. Dann zeigte sich: Es kommt gut an. Daher hat sich die Bäderbetriebsgesellschaft nun entschlossen, das Frühschwimmen in Zukunft selbst zu organisieren. Von SZ-Mitarbeiterin Traudl Brenner

Es ist kurz nach sieben Uhr. Das Thermometer zeigt schon 24 Grad - das wird wieder ein heißer Tag. Frau K. fährt zum Totobad (auch Schwarzenbergbad genannt), stellt ihr Auto ab - und stürzt sich in die Fluten. Um acht hat Frau K. ihre 500 Meter durchgezogen. Sie duscht, zieht sich an - und geht erfrischt und frohgemut zur Arbeit.

Haben wir da was geträumt? Saarbrücker Bäder öffnen doch erst um 9 Uhr? Nein, das Totobad ist da die große Ausnahme unter den Saarbrücker Freibädern. Wochentags darf, wer möchte, tatsächlich zu fast "nachtschlafender Zeit" kommen - ab sieben Uhr ist geöffnet und das große Sportbecken - aber nur dieses - wartet auf Schwimmer.

Diese Chance - anderswo in der Bundesrepublik durchaus gängige Praxis - haben die Saarbrücker dem Totobad-Förderverein zu verdanken. Der hat 2007 das Frühschwimmen ins Leben gerufen - in Eigenregie: Der Verein hat Bahnen des Sportbeckens von der städtischen Bäderbetriebsgesellschaft gemietet, von den Frühschwimmern zwei Euro kassiert, und Vereinsmitglieder haben den Dienst übernommen.

Dann durfte, wer wollte, bis neun Uhr seine Bahnen ziehen. Duschen, Umkleidekabinen und Toiletten durften benutzt werden. Aber um neun musste man wieder gehen - dann begann der normale Betrieb, mit normalen Eintrittspreisen. Die Sache gewann Eigendynamik. Die Saarbrücker Zeitung kündigte das Frühschwimmen immer wieder an. Eine Wasserratte erzählte der anderen von der wunderbaren Möglichkeit.

Von Mitte Juni bis Ende August galt das Angebot. An die 800 Gäste wurden so pro Jahr gezählt. Viele kamen sogar bei schlechtem Wetter: Das frühe Schwimmen tat ihnen einfach gut. Gebrauch von dem Angebot machten vor allem junge Berufstätige, aber auch viele ältere Menschen - die sich fit halten wollten, aber keine Lust hatten, tagsüber den Rummel im Schwimmbad zu erleben - zogen ihre Bahnen.

Seit dem letzten Jahr hat die Bäderverwaltung nun selbst die Regie übernommen. Beim Öffnungstermin 7 Uhr ist es geblieben, der Preis ist auf 3,50 Euro geklettert - dafür kann, wer das möchte, aber auch den ganzen Tag bleiben und dann alle Angebote des Totobads nutzen.

Das Frühschwimmen wird in diesen heißen Tagen natürlich besonders gut angenommen. Wenn es wieder kühler wird, sind Senioren und Hartgesottene wahrscheinlich wieder unter sich.

Ein Erfolg ist das Angebot auf jeden Fall. Uwe Heinzel, der Vorsitzende des Fördervereins, wundert sich, dass nicht auch die anderen Bäder in Saarbrücken Frühschwimmen anbieten - in anderen Bundesländern sei man da viel weiter und flexibler, sagt er.

Übrigens sind Eintrittspreise und Öffnungszeiten - abgesehen vom Frühschwimmen - in allen Freibädern der Stadt Saarbrücken gleich - also auch in Dudweiler, Fechingen und im Alsbachbad in Altenkessel: 3,50 Euro zahlen Erwachsene, Jugendliche von zwölf bis 17 zwei, Kinder von sechs bis zwölf 1,50 Euro. Kleinere Kinder haben freien Eintritt. Und auch alle Bäder haben täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet.