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Alle Jobvermittler sitzen unter einem Dach

Saarbrücken. Seit einem Jahr gibt es die Jugendberufsagentur in Saarbrücken. Sie kümmert sich um Jugendliche und junge Erwachsene, denen der Übergang zwischen Schule und Berufsleben schwerfällt. Hélène Maillasson

Die einen haben die Schule geschmissen, die anderen stehen kurz vor dem Abschluss und wissen nicht wohin im nächsten Jahr, weitere haben ihr Studium abgebrochen und sind auf der Suche nach einer Alternative - die Kunden der Jugendberufsagentur haben unterschiedliche Werdegänge und Erwartungen, sind aber alle zwischen 18 und 25 Jahre alt. Sie suchen nach Orientierung, nach Antworten, wie es für sie beruflich weitergehen könnte, doch sie haben Schwierigkeiten herauszufinden, wer der richtige Ansprechpartner für sie ist.

Seit einem Jahr haben sie in der Hafenstraße in Saarbrücken eine zentrale Anlaufstelle, wo sich je nach Bedarf Berater des Jobcenters, der Berufsberatung der Arbeitsagentur oder der Berufsberatung der Jugendhilfe ihres Falles annehmen. Durch die Zusammenlegung dieser drei Träger unter einem Dach wird die Hilfe schneller und effizienter. "Wir planen zusammen, welche Maßnahme für welchen Jugendlichen sinnvoller ist. Das ist einfacher, wenn man Tür an Tür sitzt", erklärt Michael Müller , Teamleiter des Jugendbereichs im Jobcenter .

Manche Kunden sind trotz ihres jungen Alters bereits arbeitslos und beim Jobcenter des Regionalverbandes registriert. Dennoch bilden sie unter allen Jobcenter-Kunden eine besondere Gruppe und brauchen eine auf sie zugeschnittene Beratung. "Jungen Leuten, die motiviert sind und dennoch nicht genau wissen, in welcher Richtung sie sich beruflich orientieren wollen, können wir einfach Praktika vermitteln", erzählt Müller. Das sei aber nicht bei allen der Fall. Vielen fehle noch die Stabilität, sie würden zu spät zur Arbeit kommen und keine acht Stunden durchhalten.

Wer sehr früh aus dem Schulraster gefallen ist, dem bietet Jörg Müller, Berufsberater bei der Arbeitsagentur, die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss nachzumachen.

Bei rund einem Drittel der jungen Frauen und Männer liegt das Hauptproblem nicht in der Berufsorientierung selbst, sondern es ist sozialer oder psychologischer Natur. "Zeigt ein Jugendlicher zum Beispiel ein Suchtverhalten oder ist bereits im jungen Alter überschuldet, dann reichen unsere Mittel und Maßnahmen nicht aus", sagt Jörg Müller. "Der kurze Weg zu den Kollegen der Jugendhilfe wirkt sich positiv aus. Durch die Zusammenarbeit kommt der Jugendliche schneller an gezielte Hilfsmaßnahmen", lobt er die Verzahnung der Träger.

Michael Müller vom Jobcenter ist mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden. "Seitdem diese Jugendlichen im Rahmen der Jugendberufsagentur betreut werden, wurden 60 mehr in ein Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsverhältnis vermittelt als im Jahr zuvor." Zahlen für alle drei Bereiche sind noch nicht bekannt, eine Gesamtstatistik wurde in Auftrag gegeben.