Alle drei Jahre wird ein Film verboten

Saarbrücken. Volles Haus zur Finissage: Zum Ausklang der nunmehr fünften Reihe "Kuba im Film", veranstaltet in Kooperation mit der Hispanistik der Universität des Saarlandes und dem Filmforum Höchst, begrüßte das Kino Achteinhalb am Montag den Regisseur Ian Padrón

Saarbrücken. Volles Haus zur Finissage: Zum Ausklang der nunmehr fünften Reihe "Kuba im Film", veranstaltet in Kooperation mit der Hispanistik der Universität des Saarlandes und dem Filmforum Höchst, begrüßte das Kino Achteinhalb am Montag den Regisseur Ian Padrón. Der kubanische Filmemacher ist gerade auf Deutschland-Tour und hatte am Vortag seinen Dokumentarfilm "Eso que anda - Los Van Van" über Salsa-Veteranen vorgestellt. Nun präsentierte Padrón, der bislang vor allem Dokumentationen und Videoclips für Bands drehte, seinen mit Laiendarstellern realisierten Debüt-Spielfilm "Habanastation".Der Film ist autobiografisch inspiriert und schildert so warmherzig wie humorvoll die Überwindung sozialer Schranken durch die Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Jungs: Der eine kommt aus einem überbehüteten, reichen Elternhaus und hat alles außer Freunden; der andere ist arm, muss Geld verdienen und sich im Slum gegen Jugendbanden durchsetzen - hat aber Spaß am Leben. Per Zufall verschlägt es den privilegierten Jungen ins Viertel des Underdogs, wo er sich vom verwöhnten Weichei zum kampferprobten Kumpel entwickelt.

Im Gespräch mit Hispanistikprofessorin Janett Reinstädler gab Padrón Einblicke in die Entstehung des Films und die aktuelle Situation der Filmschaffenden auf Kuba. Die meisten Filmemacher seien im kubanischen Filminstitut ICAIC ausgebildet worden, erzählte Padrón. Das ICAIC bestimme jedoch auch das Programm der Kinos, sodass seit etwa 15 Jahren eine neue unabhängige Generation von Cineasten, darunter auch er, nach alternativen Wegen suche. Kontrolle? Filme zu drehen sei kein Problem, aber sie vorzuführen, sagte Padrón. Spätestens alle drei Jahre werde ein Film verboten. Auch "Habanastation" fiel der Zensur zum Opfer: 2003 gedreht, durfte der Streifen erst 2008 gezeigt werden. Padrón ist zwar wütend wegen der fünf vergeudeten Jahre, nimmt es aber mit Galgenhumor: "Ohne Zensur wäre Film total langweilig!" Staatliche Überwachung und angezapfte Telefone hält er jedoch für einen Mythos: "Das Leben auf Kuba ist weder so gut noch so schlecht, wie es außerhalb behauptet wird". kek