Aktiv für Kinder in aller Welt

Saarbrücken. Manchmal fügen sich die Dinge. Als Ingrid von Tippelskirch vor knapp zwei Jahren Post von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, bekommen hat, zum Beispiel. Unicef hat damals eine neue Leiterin für die Gruppe in Saarbrücken gesucht und einen größeren Personenkreis angeschrieben

Saarbrücken. Manchmal fügen sich die Dinge. Als Ingrid von Tippelskirch vor knapp zwei Jahren Post von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, bekommen hat, zum Beispiel. Unicef hat damals eine neue Leiterin für die Gruppe in Saarbrücken gesucht und einen größeren Personenkreis angeschrieben. "Ich hatte das Gefühl: Der Brief kommt gerade recht", sagt Ingrid von Tippelskirch.

Ein Jahr hatte sie damals noch bis zu ihrer Pensionierung. Und ihr war klar: "Zu Hause nur überlegen, wie ich die Möbel anders stelle, wollte ich nicht." Sich direkt auf die neue ehrenamtliche Aufgabe stürzen, konnte sie sich allerdings auch nicht. Seit 1997 hat von Tippelskirch das Saarlandkolleg und das Wirtschaftswissenschaftliche Gymnasium geleitet. Ein solches Ehrenamt sei da nicht möglich gewesen.

Also hat sie Gespräche mit der Unicef-Zentrale geführt und angeboten: Wenn man bis zur ihrer Pensionierung warten könne, dann übernehme sie das Amt. Seit September ist Ingrid von Tippelskirch nun Leiterin der Unicef-Gruppe Saarbrücken. Die Gruppe kümmert sich um die Unicef-Angelegenheiten im ganzen Saarland und im Raum Zweibrücken. Es gibt Teams in Homburg und St. Wendel, eine Hochschulgruppe und eine Schülergruppe am Deutsch-Französischen Gymnasium. In Saarlouis entsteht gerade ebenfalls ein Unicef-Team. "Unicef ist also nicht nur eine Angelegenheit von Leuten im Ruhestand", betont Ingrid von Tippelskirch.

Aber hilfreich ist es schon, wenn man pensioniert ist und Zeit hat. Denn auch wenn sich die Gruppe nur einmal im Monat trifft, im Büro an der Christ-König-Kirche ist Ingrid von Tippelskirch mehrmals in der Woche. Sie muss sich nicht nur um den Verkauf der Unicef-Grußkarten kümmern. Die Gruppe bereitet zusammen mit der Stadt und dem Förderverein des Deutsch-Französischen Gartens eines der größten Kinderfeste in der Region vor: das Fest zum Weltkindertag. Die Gruppe engagiert sich darüber hinaus für Unicef-Projekte weltweit, insbesondere in Afrika.

Darauf, dass Unicef wegen angeblicherer Ungereimtheiten in deutschen Vorstand in die Schlagzeilen geraten war, werde sie zwar noch angesprochen. Aber die Sache sei erledigt. "Wer ernsthaft etwas für die Kinder in der Welt tun will und sich informiert, wird Geld an Unicef geben", sagt Ingrid von Tippelskirch. Und dieses Geld brauche das Hilfswerk, denn alles fügt sich im Leben nicht von ganz alleine.

Kontakt: Unicef-Gruppe, An der Christ-König-Kirche 10, 66119 Saarbrücken, Telefon (06 81) 58 56 4.

"Unicef ist nicht nur eine Angelegenheit von Leuten im Ruhestand."

Ingrid von Tippelskirch

Auf einen Blick

Seit 1957 gibt es eine Unicef-Arbeitsgruppe in Saarbrücken. Gegründet wurde sie von Anna S. Borchert. Aus der Gründerzeit gehören heute noch Helga Bortscheller, Dorothea Leyh und Helga Schwarz der Gruppe an. In den 70er Jahren werden der Alt-Saarbrücker Weihnachtsmarkt und das Altstadtfest erste Verkaufsorte für Unicef-Grußkarten.

Unter dem Vorsitz von Traude Unruh entsteht ab 1985 eine kontinuierliche Gruppenarbeit mit regelmäßigen Sitzungen. Seit 1992 feiert die Gruppe den Weltkindertag gemeinsam mit der Landeshauptstadt Saarbrücken. 1994 wird Saarbrücken Partnerschaftsstadt für Unicef.

Das Blaue Pferdchen von Franz Marc aus dem Besitz des Saarlandmuseums wird aus diesem Anlass eigens als Unicef-Grußkarte gedruckt. Nach dem Wegzug von Unruh 1996 wird die Gruppe mehrere Jahre von Anne Gettmann und Gabrielle Schuster gemeinsam geleitet.

Ab 2004 übernimmt Hans Jürgen Voigt die Leitung (zunächst noch als Co-Leiter zusammen mit Gabrielle Schuster, ab Januar 2006 allein). Nach dem Tod Voigts am 30. Januar 2008 folgt eine längere Leitungsvakanz. Im September 2009 übernimmt Dr. Ingrid von Tippelskirch die Leitung der Arbeitsgruppe. red