„Agent“ hat die Lizenz zum Helfen

Migranten können beruflich oft nicht durchstarten, weil ihre Abschlüsse aus der Heimat bei uns nicht so viel gelten. Qualifizierungsagent Deji Olusanmi begleitet sie auf den wichtigen Schritten ins neue Berufsleben.

. Hat man für den Elektriker aus Ghana, für die Tourismuskauffrau aus dem Iran oder für den syrischen Zahntechniker auch im Saarland Verwendung? Selbst wenn ihre Ausbildungsnachweise hier zu Lande nur teilweise anerkannt sind?

Aber ja, schließlich gibt es Anpassungsqualifizierungen, um ausländische Berufsabschlüsse aufzuwerten und hiesigen gleichzustellen. Dadurch haben Arbeitnehmer die Chance, ihre Berufsaussichten zu verbessern und die Basis für Aufstiege und bessere Gehälter zu schaffen.

Als Integrationsprojekt, unterstützt von EU, Bund und Arbeitsagentur, gibt es auch im Saarland einen, und wirklich nur einen einzigen Qualifizierungsagenten, der Migranten dabei unterstützt, ihre Abschlüsse dem deutschen Standard anzupassen, und zwar in Sprache, Theorie und Praxis. Niemand ist gezwungen oder soll sich genötigt fühlen, seine Unterstützung anzunehmen, es handelt sich lediglich um ein wohlmeinendes, kostenloses Angebot. Deji Olusanmi ist studierter Informationswissenschaftler, 50 Jahre alt, geboren in Homburg, aufgewachsen in St. Wendel. Seine Familie stammt aus Nigeria, die Eltern waren nach Deutschland gekommen, um Medizin zu studieren. Olusanmi war in der Unternehmenskommunikation , in der Erwachsenenbildung und zuletzt als Ausbildungsberater bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) tätig, ehe er im letzten November zum "Agenten " für Qualifizierungen berufen wurde. Seine Stelle ist bei der saar.is angesiedelt, einem von IHK und Wirtschaftsministerium getragenen Dienstleister.

Wie Deji Olusanmi berichtet, steuert er auf das definierte Ziel zu, in drei Jahren exakt 99 Personen auf dem Weg zum individuellen beruflichen Zielniveau zu begleiten. Im ersten Jahr bestehe die Aufgabe vor allem darin, sich bekannt zu machen und Netze zu knüpfen, etwa mit den vielen Anbietern von Schulungen und Qualifizierungsmaßnahmen.

So habe er etwa die syrischen Zahntechniker , denen Laborpraxis gefehlt habe, zu einem Anbieter in Trier vermittelt. Zu den zufriedenen Kunden des Qualifizierungsagenten zählt der aus der Nähe von Kattowitz stammende Kfz-Mechatroniker Janusz Kubica, der mit seiner Familie in Neunkirchen lebt. Sein polnischer Gesellenbrief war relativ einfach aufzuwerten, quasi eine Formsache, es ging aber vor allem um das "Gewusst wie". Kubica, 34, fand eine Festanstellung als Montagearbeiter bei Hydac in Sulzbach. "Ich bin sehr glücklich, dass ich deutsche Papiere in der Hand habe", sagt er.

Weitere Infos im Internet.

netzwerk-iq.saarland/

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