Achtung, Rutschgefahr trotz Winterdienst!

1150 Kilometer Straße und 35 000 Quadratmeter Fläche streuen der Stadtreinigungsbetrieb ZKE, die städtischen Bauhöfe und das Amt für Grünanlagen, Forsten und Landwirtschaft in Saarbrücken. Die Stadt weist darauf hin, dass auch die Bürger selbst in der Pflicht sind, etwas gegen Glätte zu tun.

Es war Mitte der vorigen Woche zwischen acht und halb neun am Abend, als sich einige Saarbrücker auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke ungeplant näher kamen. Sie hakten sich unter, hielten sich an den Händen. "So schaffen wir es sicherer über die Brücke", erklärte einer der Männer den Plan, auf dem eisigen Bürgersteig nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Das gelang in den Tagen nicht jedem, der die Brücke überqueren wollte.

Wenn die Stadt schon den halben Winter verschlafen hat und erst Ende Januar damit beginnt, den glatten Belag abzufräsen und damit etwas rutschfester zu machen, dann müsse man doch wenigstens dafür sorgen, dass bis dahin optimal gestreut ist, zürnen viele von denen, die irgendwie rüber müssen über die Brücke.

Man tue was man könne, versichert Judith Pirrot vom Stadtreinigungsbetrieb ZKE. "Sobald Schnee und Eis da sind, ist schnelles und effektives Handeln bei jedem Einsatz gefragt", sagt sie. Die 22 Räum- und Streufahrzeuge sowie weitere 40 Kleinfahrzeuge können aber nicht überall gleichzeitig sein. Deshalb habe der ZKE eine Prioritätenliste. Und da stehe die Wilhelm-Heinrich-Brücke ziemlich weit oben, sagt Pirrot. Generell gelte: "Wichtige Verkehrsknotenpunkte, die eine besondere Gefahrenstelle darstellen würden, werden zuerst bedient. Bei den ersten Einsätzen werden also die verkehrswichtigen Straßen, die Linien des öffentlichen Personen-Nahverkehrs und - ganz wichtig - die Zufahrten zu den Krankenhäusern von Schnee und Eis befreit."

Mit Maschinen und von Hand werden dann Fußgängerüberwege, Treppen, Brücken , Auf- und Abgänge, Verbindungswege sowie Bushaltestellen gestreut. "Die Wilhelm-Heinrich-Brücke wird hier als eine der ersten Stellen bedient", sagt Pirrot - "neuerdings" werde sie mit Feuchtsalz. Diese flüssige Sole habe einen "wesentlich höheren Wirkungsgrad". Die Brücke werde "regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls öfters bedient".

In zahlreichen Straßen gibt es allerdings "kein Winterdienst durch die öffentliche Hand, da ein solcher weder finanziell noch personell leistbar wäre", sagt Pirrot. Verpflichtend sei der Winterdienst "nur für Straßen die verkehrswichtig und gefährlich sind". Und die Streupflicht bestehe nur von sieben Uhr morgens bis acht Uhr abends.

Das gelte auch für die Bürger selbst. Die sind von montags bis samstags "verpflichtet, über Nacht gefallenen Schnee bis sieben Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis neun Uhr zu räumen", sagt Pirrot. Und: "Um Stürze und Unfälle zu vermeiden, müssen bis 20 Uhr die Wege immer dann gereinigt werden, sobald Rutschgefahr besteht." Betreiber von Kinos, Theatern oder Gaststätten oder Veranstalter müssen darüber hinaus auch nach 20 Uhr für die Sicherheit ihrer Gäste sorgen.

Und wenn man den ZKE zu Hilfe rufen möchte, weil es irgendwo gefährlich glatt ist? "Meldungen über Glätte können beim Pförtner des ZKE bis 20 Uhr abgegeben werden", sagt Pirrot.

Informationen beim ZKE, Gaschhübel 1, Telefon (06 81) 9 05-20 00.