Acht Bands unter freiem Himmel

Das Rock-Camp-Festival steigt am Samstag, 14. Juni, zum dritten Mal auf dem Festivalgelände hinter dem Saarwellinger Freibad. Star des Abends ist der amerikanische Singer-Songwriter Chuck Ragan. Sieben weitere Bands kommen zum Teil von weit her.

Dass man für ein gutes Open-Air-Festival nicht weit fahren muss, beweist das Programm des Rock-Camp-Festivals in Saarwellingen: Am Samstag, 14. Juni, steigt es auf dem Gelände hinter dem Freibad Saarwellingen. Der Vorverkauf läuft noch etwas schleppend, erzählt Mit-Veranstalter Stefan Mohr. "Viele machen den Besuch wohl vom Wetter abhängig", meint er. Zusammen mit Dustin Sünder und Thomas Schmidt organisiert er das Rock-Camp-Festival in Saarwellingen zum dritten Mal. "Ich hoffe, dass in diesem Jahr etwa 700 Gäste kommen", sagt er; so viele seien es auch im letzten Jahr gewesen. Damit sei auch ein Rock-Camp im nächsten Jahr gesichert. Finanzieren müssen die Organisatoren das Festival nämlich aus eigener Tasche.

Mit Chuck Ragan konnten die Veranstalter eine internationale Folk- und Rockgröße verpflichten. "Chuck Ragan zieht sehr viele Leute an", meint Veranstalter Stefan Mohr, "ohne ihn hätte das Festival so nicht stattfinden können". Der amerikanische Sänger wurde bekannt über seine Rockband Hot Water Music. Mit seinem Markenzeichen, der rauen Stimme, schafft er mit der Gitarre Lagerfeuerstimmung, er röhrt aber auch lautstark zu Schlagzeug und Bass. Mit seinem Album "Till Midnight" ist Ragan derzeit solo auf Amerika- und Europatour. Nach Konzerten in München, Berlin und Köln schlägt Ragan dann in Saarwellingen sein Zelt auf.

Weitere sieben Bands spielen auf dem Rock-Camp: Tim Vantol, Singer-Songwriter aus Holland, spielt gitarrenlastigen Folk. "Apologies, I have none" bilden mit treibendem Punkrock eher ein Kontrastprogramm. In dreiköpfiger Besetzung spielt die Band aus London auch Songs von ihrem im Mai veröffentlichten Album "Black Everything".

Veranstalter Mohr freut sich besonders auf die australische Band "Paper Arms" mit ihren energischen Rocksongs. "Das ist eine absolute Wow-Band, total sympathisch und einfach sehenswert", meint der Schwarzenholzer.

Aus Minneapolis in den USA kommen "The Slow Death". Die Formation spielt klassischen Punkrock. Etwas ruhiger wird es dann wieder bei der Indie-Rockband "Northcote" aus Kanada. Singer-Songwriter Matt Goud und seine Band halten es gern akustisch.

Deutsche Bands sind ebenfalls auf dem Rock-Camp in Saarwellingen vertreten: Die Punkrocker "Montreal" kommen aus Hamburg und sind auch im Ausland mit deutschen Texten bekannt. Die Trierer Band "A Hurricanes Revenge" gewann ein Online-Voting und landete somit auf dem Line-Up des Festivals.

Tickets kosten 27,50 Euro und sind erhältlich bei: Getränke Brünnet in Saarwellingen, Balance Action & Mountainsports in Lisdorf und Phonac in Saarlouis.

rockcamp-festival.de

Herr Ragan, die Songs auf Ihrem neuen Album "Till Midnight" wirken sehr positiv, die Lyrics sind optimistisch. Geht es Ihnen so gut, wie das Album klingt?

Chuck Ragan: Oh ja! Die

Energie, die man auf dem Album spürt, wuchs aus den Emotionen der Menschen, die mich umgeben. Ich war zwar immer von tollen Menschen umgeben, aber momentan bin ich wirklich glücklich. Auch weil ich mein Leben mit der tollsten Frau teile, die ich je traf. Vielleicht hat diese Stimmung auch mit dem Älterwerden zu tun, mit dem Runterkommen, Zeit zum Durchatmen zu haben und Dinge wirklich zu genießen.

Was erwartet die Fans auf den Konzerten Ihrer Europatour?

Ragan: Das Live-Set der Tour wird das dynamischste und vielseitigste Set sein, das wir je gespielt haben. Mal wird es ganz ruhig und akustisch, nur mit Stimme und Gitarre, mal wird es ordentlich laut mit Schlagzeug und Bass. Gerade weil wir musikalisch eine so große Bandbreite bedienen, kommen zu unseren Konzerten junge und alte Menschen, Töchter und Großväter, Mütter und Söhne. Auf der Tour bieten wir ihnen die Achterbahn eines Sets.

Macht es einen Unterschied, ob Sie vor amerikanischem oder europäischem Publikum spielen?

Ragan: Das ist schwer zu sagen. Natürlich treffen wir auf der Tour auf Sprachbarrieren oder unterschiedliche Einstellungen, Kulturen und Verhaltensweisen. Dennoch verbindet uns alle eine Sache, das Band der Musik - die Universalsprache, die alle Nationen miteinander verbindet. Um das zu spüren, muss man sich aber immer noch mit den Menschen vor Ort auseinandersetzen. Sonst fühlt sich jedes Konzert gleich an und es ist egal, in welcher Stadt der Welt man ist.

Ist Ihnen deshalb auch dieInteraktion mit dem Publikum während Ihrer Konzerte so wichtig?

Ragan: Ja, weil wir wissen, dass

wir nur auf der Bühne stehen, wegen der Menschen, die vor uns stehen und gekommen sind, um uns zuzuhören. Den Menschen, die uns die Möglichkeit geben, Musik zu machen, verdanken wir die besten Momente unseres Lebens, und genau das will ich den Fans zurückgeben. Ich glaube an diesen Kreislauf.

chuckraganmusic.com

Die australische Band Paper Arms.
Tim Vantol aus Holland.
ChuckRagan

Zum Thema:

Auf einen BlickDen Festivalbesuchern steht ein kostenloser Park- und Campingplatz zur Verfügung, direkt ans Konzertgelände angrenzend. Mit der Spende des Becherpfands unterstützen die Rock-Camp-Gäste die Aktion "Viva con Agua de Sankt Pauli", die sich für sauberes Trinkwasser in Entwicklungsländern einsetzt. Die Saarbucks finanzieren durch den Verkauf von veganem Essen die Kastration von Straßen- und Streunertieren mit. Würstchenbude und Getränkestände versorgen die Rocker mit Essen und Trinken. salo