Abenteurer und Menschenrechtler

Weltenbummler, Abenteuerlustiger und Menschenrechtsaktivist – auf Rüdiger Nehberg treffen all diese Attribute zu. Bei einem Vortrag in Neunkirchen gab er einen Überblick über sein ereignisreiches Leben.

. Er war Bäckermeister und Konditor im eigenen Betrieb in Hamburg, ehe er loszog, um als Deutschlands größter Weltenbummler und Menschenrechtsaktivist die Welt zu erobern. Spannend und mit viel Humor gespickt schilderte Abenteurer Rüdiger Nehberg jetzt in der Neunkircher Gebläsehalle seine Erlebnisse auf den abenteuerlichen Touren rund um den Erdball.

Mehr als 500 Besucher folgten Nehberg gebannt bei seinen Ausführungen. ,,Das ist kaum zu glauben, was dieser Mensch schon alles erlebt hat", zeigte sich Roland Schmitthagen aus Kaiserslautern begeistert. ,,Als wir gehört haben, Rüdiger Nehberg berichtet über seine Abenteuer, haben wir uns sofort entschlossen nach Neunkirchen zu kommen. Und ich muss festhalten, es hat sich rentiert."

Keiner Gefahr ist Rüdiger Nehberg aus dem Weg gegangen, sei es bei seinem legendären Fußmarsch über 1000 Kilometer quer durch Deutschland ohne Geld und ohne Nahrung, oder bei den Fahrten auf dem blauem Nil und dem Omo, der Durchquerung der Danakil-Wüste oder den drei Atlantiküberquerungen per Tretboot, Bambusfloß und auf einem massiven Baumstamm. Nehbergs Geschichten und Erlebnisse ließen die Zuhörer miterleben und mitleiden.

Dass man sich mit Genuss auch von Fröschen, Insekten und sonstigen Kriechtieren ernähren kann, wusste Rüdiger Nehberg schon lange vor dem "Dschungelcamp". ,,Kaum ein anderes Lebensmittel hat so viele Proteine wie Insekten und Heuschrecken", erklärte er, ,,und der Frosch, den ich einer Ringelnatter aus dem Leib gedrückt hatte, schmeckte auch ganz vorzüglich."

Seine zunächst aus purer Abenteuerlust unternommenen, entbehrungsreichen Expeditionen nutzte Nehberg dann später, um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen. Nach jahrzehntelangem Engagement für die Gesellschaft für bedrohte Völker setzt sich Rüdiger Nehberg, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, mit seiner eigenen Menschenrechtsorganisation Target gegen die weibliche Genitalverstümmelung ein. Im zweiten Teil seines Vortrages ging der Völkerrechtler eindrucksvoll auf diese über 5000 Jahre alte "Frevelei" ein. Rüdiger Nehberg erzählte über seinen unkonventionellen Weg, wie er erfolgreich die Kräfte des Islam mobilisierte, bis die höchste muslimische Rechtsinstanz den unmenschlichen Brauch als Sünde verdammte.