800 Gäste beim Wirtschaftsball in Saarbrücken

Mehr Tempo, mehr Party, mehr Sterne – der Ball der Saarwirtschaft in Saarbrücken überraschte bei der 19. Auflage mit einigen Veränderungen. Die bemerkenswerteste gab es in der Küche.

Man kennt es aus der Autobranche: Die erfolgreichsten Modelle bleiben im Kern unverändert, werden alle ein bis zwei Jahre optisch aufgefrischt und in einem etwas längeren Takt überarbeitet. Solch ein "Relaunch" wurde nun auch dem saarländischen Wirtschaftsball zuteil, zu dem am Samstag 800 Gäste in die Saarbrücker BMW-Niederlassung kamen. Das von Ausstatter Oliver Häfele in Schwarz und Weiß dekorierte Autohaus war bereits im elften Jahr Gastgeber dieses Ereignisses.

Der Wirtschaftsball ist für viele Entscheider aus Wirtschaft und Politik ein Muss - man geht aber vor allem zum Amüsement hin, weniger aus dem Pflichtgefühl heraus, hier andere Persönlichkeiten zu treffen. Die sind praktischerweise aber auch immer da. "Das Saarland ist die Schweiz der Bundesrepublik - kurze Wege und hohe Venetzung", zog Andreas Schauer, der Chef der Rilchinger "Saarland Therme", einen interessanten Vergleich.

Die veranstaltenden Wirtschaftsjunioren, unterstützt von ehemaligen Mitgliedern sowie der Industrie- und Handelskammer, (IHK) Saarland, hatten das Angebot des 19. Wirtschaftsballs dem Wunsch vieler Gäste nach mehr Party und weniger Förmlichkeit angepasst. Sichtbares Zeichen der neuen Lockerheit war die Bestuhlung, bei der auf die festlichen Hussen verzichtet wurde. Die vorzügliche Galaband von Chris Gentemann aus Weimar begleitete den Saal nur die drei Stunden bis zum Dessert. Schon vor Mitternacht stellten die mit feinem Draht zum Publikum ausgestatteten "Groovin Affairs" von Standardtänzen auf Soul und Pop um, danach lockte noch DJ Afshin zum Tanzen. Wem das alles zu laut war, der fand im Foyer Entspannung bei Bier und Kaffee, später auch bei Käsebuffet und Currywurst. Eine beliebte Übung für das Publikum diesmal: Wer schafft es, in Abendgarderobe elegant einen neuen Flügeltür-Elektro-Sportwagen zu besteigen - und zu verlassen?

Mit großer Spannung erwartete man das Menü. Der Saarbrücker Klaus Erfort , einer der besten Köche Deutschlands, debütierte - in Nachfolge von Alexander Kunz , der das neun Jahre tadellos geleistet hatte - als Ball-Caterer und hatte an diesem Abend sein Drei-Sterne-Lokal geschlossen, um sich mit der gesamten Mannschaft beim Ball ins Zeug zu legen. Bei Logistik und im Service wurde Erfort vom Caterer Dieter Christ aus Dillingen unterstützt. Das Duo bewältigte die Herausforderung, hier höchstmögliche Qualität aufzutischen, mit Bravour. "Das Essen beim Ball war immer schon sehr gut, diesmal war es außergewöhnlich", schwärmte etwa Jochen Starke, Vorstandsvorsitzender von Energie Saarlorlux über roh marinierten Langostino, Bäckchen und Filet vom Rind in Rotweinsauce und Schokoladendessert.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ), die in Vertretung der später eintreffenden Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ) das Grußwort sprach, gratulierte den Wirtschaftsjunioren nicht nur zum 40. Geburtstag, sondern bedankte sich auch für deren Engagement zum Wohl der Gesellschaft. Zu den zahlreichen Förderern des Wirtschaftsballes zählte erneut die Saarbrücker Zeitung. Schon vor Mitternacht überraschte sie die Gäste mit einer 16-seitigen Sonderausgabe mit vielen Fotos vom Ball und den aktuellen Fußballergebnissen des Abends.