30 629 Menschen sind auf Job-Suche

16 193 Menschen aus dem Regionalverband galten nach der Definition der Agentur für Arbeit im September als „arbeitslos“. Gleichzeitig klassifizierte die Agentur aber 30 629 Menschen als „Arbeitsuchende“, 304 weniger als im August. Zu den Arbeitsuchenden zählt die Agentur – neben den 16 193 normalen „Arbeitslosen“ – auch die Langzeitarbeitslosen (Hartz-IV-Empfänger) und mehrere andere kleinere Personengruppen.

Die Agentur für Arbeit legte gestern die jüngsten Arbeitsmarktzahlen aus dem Regionalverband (RV) vor. Demnach galten im September 16 193 Frauen und Männer als Arbeitslose - gemäß der Agentur-Definition. Das waren 374 weniger als im August und 773 weniger als vor einem Jahr (minus 4,6 Prozent).

30 629 Menschen galten - gemäß der Agentur-Definition - als Arbeitsuchende, 304 weniger als im August. Zu den Arbeitsuchenden zählt die Agentur neben den offiziellen 16 193 Arbeitslosen auch die Langzeitarbeitslosen - und dann noch "Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbstständige, die eine andere Arbeit suchen".

Die Agentur hat ausgerechnet: Die Arbeitslosenquote im RV hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 9,7 Prozent verringert. (Eine Arbeitsuchendenquote errechnet die Agentur nicht.)

Die Agentur ist nicht für alle Arbeitslosen bzw. Arbeitsuchenden zuständig. Ein Teil dieser Menschen wird vom Jobcenter betreut.

Bei der Agentur ist die Zahl der Arbeitslosen im September um 283 auf 3037 gesunken und blieb um 3,9 Prozent unter dem Vorjahreswert (minus 122). Vor allem bei den Jüngeren unter 25 Jahren, die bei der Agentur gemeldet waren, ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Gemeldet waren 425 Personen unter 25, das waren 95 weniger als im August und 93 weniger als vor einem Jahr (minus 18 Prozent).Die Zahl der Arbeitslosen, die vom Jobcenter des Regionalverbandes betreut wurden, ist im September um 91 auf 13 156 Personen gesunken und lag damit um 651 unter dem Vorjahreswert (minus 4,7 Prozent).

Im September waren 7273 Männer und 5883 Frauen beim Jobcenter als arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Jüngeren unter 25 Jahren ist gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent auf jetzt 1112 gesunken. Fast die Hälfte (6186) aller beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren bereits ein Jahr und länger arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 630 (minus 9,2 Prozent). Im September haben Unternehmen der Region der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 821 offene Stellen zu Besetzung gemeldet. Seit Jahresbeginn gingen insgesamt 7031 Arbeitsstellen ein, das waren 3,9 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen noch 2693 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Besonders gesucht sind weiterhin Arbeitskräfte im Dienstleistungsbereich, in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Baugewerbe, im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich Verkehr und Logistik sowie im Finanz- und Versicherungsdienstleistungssektor.

Die Geschäftsstelle Saarbrücken der Agentur für Arbeit ist zuständig für Saarbrücken und Kleinblittersdorf. Dort zählte die Agentur im September 10 709 Arbeitslose (minus 211 zum Vormonat), Arbeitslosenquote : 11,2 Prozent.

Zum Thema:

Hintergrund Arbeitslose und Arbeitsuchende sind Begriffe, die bei der Bundesagentur für Arbeit eine genau definierte Bedeutung haben - und diese Bedeutung unterscheidet sich stark von dem, was die Bürger darunter verstehen. Als Arbeitslose bezeichnet die Agentur nur die Leute, die keinen Job haben, sich bei der Agentur als "arbeitsuchend" gemeldet haben, Arbeitslosengeld eins beziehen und der Agentur dauernd nachweisen, dass sie ständig Bewerbungen verschicken und Vorstellungsgespräche haben. Und wenn sie das nicht tun, gibt die Agentur ihnen kein Arbeitslosengeld eins mehr. Arbeitslosengeld eins bekommt man aber nur, wenn man zuvor 18 Monate am Stück einen Job hatte, bei dem Beiträge zur Sozialversicherung bezahlt wurden. Ein Flüchtling, der sich arbeitssuchend meldet, gilt also nicht als Arbeitsloser sondern als Arbeitsuchender. Er bekommt kein Arbeitslosengeld eins, sondern Hartz-IV . Als Arbeitsuchende bezeichnet die Agentur erstens die oben definierte Gruppe der Arbeitslosen; zweitens Leute, die Hartz-IV beziehen und als "erwerbsfähige Hilfebedürftige" eingestuft sind (Langzeitarbeitslose ); drittens Leute, die nur noch ihre Kündigungsfrist abarbeiten und sich bereits arbeitsuchend gemeldet haben; viertens Leute, die als Selbstständige Geld verdienen, aber eine Anstellung suchen; fünftens Leute, die einen Job haben (womöglich Vollzeit) und dabei so wenig verdienen, dass sie vom Jobcenter zusätzlich Hartz-IV bekommen, sogenannte Aufstocker. Das Jobcenter kann sie jederzeit zwingen, einen anderen, besser bezahlten Job anzunehmen. Unterbeschäftigt sind laut Agentur erstens die "registrierten Arbeitslosen", zweitens "Teilnehmer an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen", drittens "die Nutzer von vorruhestandsähnlichen Regelungen". fitz