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28 140 Menschen suchen eine Stelle

Regionalverband. Die Arbeitslosenzahl ist in diesem Monat zwar leicht gesunken. Noch aber übersteigt im Regionalverband die Zahl der Männer und Frauen ohne einen bezahlten Job die Menge der Stellenangebote um ein Vielfaches. red/ole

Im Februar ist die Zahl der Arbeitslosen im Regionalverband Saarbrücken leicht gesunken. Es waren knapp 16 300 Personen arbeitslos gemeldet, rund 100 weniger als im Januar und 320 weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote betrug 9,9 Prozent (Vorjahr: 10,2 Prozent). Hauptgrund sind nach Angaben der Arbeitsagentur Förderangebote, also sogenannte "arbeitsmarktpolitische Maßnahmen" von Arbeitsagentur und Jobcenter. Weiterer Grund für den leichten Aufwärtstrend: Im Februar meldeten sich im Regionalverband 914 Personen nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, 700 weniger als im Januar. 790 Menschen kamen im Februar wieder in Lohn und Brot.

Die Zahl aller Arbeitssuchenden (Definitionen siehe "Stichwort") stieg im Februar um 424 auf 28 140.

Die Arbeitsagentur betreut im Regionalverband Saarbrücken 4094 Frauen und Männer, 10 mehr als im Januar und 156 weniger als vor einem Jahr. Das Jobcenter ist für 12 197 Menschen zuständig, 98 weniger als vor einem Monat und 162 weniger als im Februar 2013.

Jürgen Haßdenteufel, Chef der Agentur für Arbeit Saarland, sagt, es gehe in diesem Jahr darum, Arbeitslose mit passenden Angeboten für einen Job fit zu machen. Denn ein Großteil der Betroffenen habe keine Ausbildung und deshalb nur geringe Chancen auf eine Stelle. Außerdem gehe es darum, Arbeitslosigkeit vorzubeugen und jene fortzubilden, die noch eine Stelle haben.

Ein realistisches Bild des Arbeitsmarktes bietet sich beim Blick auf die Unterbeschäftigung (siehe Stichwort). Diese Kategorie umfasst neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen in "arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen" oder jene, die aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden.

Die Unterbeschäftigung belief sich im Februar auf rund 23 660 Menschen, das waren 1,6 Prozent mehr als im Januar und 0,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Im Februar waren 9077 Männer arbeitslos gemeldet, 87 weniger als im Januar und 244 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist mit 7214 auf Vormonatsniveau geblieben und lag um rund 70 niedriger als im Vorjahr.

Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen. Im Vergleich zum Vormonat hat sich ihre Zahl um rund 90 auf 1617 erhöht. Sie liegt allerdings um 3,5 Prozent niedriger als im Februar 2013.

In der Gruppe der 50- bis unter 65-Jährigen waren in der Region 4770 Personen arbeitslos gemeldet, 90 weniger als im Vormonat und 120 weniger als vor einem Jahr.

Im Februar haben die regionalen Unternehmen 680 neue Stellenangebote an Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldet, 150 mehr als im Januar und 90 weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt waren zum Ende des Monats noch 2084 Stellen zu vergeben.


Zum Thema:

StichwortArbeitslose und Arbeitssuchende sind Begriffe, die in der Sprache der Bundesagentur für Arbeit eine genau definierte Bedeutung haben - und diese Bedeutung unterscheidet sich stark von dem, was die Bürger darunter verstehen. Als Arbeitslose bezeichnet die Agentur Leute, die keinen Job haben, sich bei der Agentur als "arbeitssuchend" gemeldet haben und ihr dauernd nachweisen, dass sie ständig Bewerbungen verschicken und Vorstellungsgespräche haben. Als Arbeitssuchende bezeichnet die Agentur erstens die Gruppe der Arbeitslosen; zweitens Leute, die nur noch ihre Kündigungsfrist abarbeiten; drittens Leute, die als Selbstständige Geld verdienen, aber eine Anstellung suchen; viertens Leute, die Hartz-IV vom Jobcenter beziehen und dort als "erwerbsfähige Hilfebedürftige" eingestuft sind. Spricht die Agentur für Arbeit also von Arbeitslosen, dann meint sie ausschließlich Menschen, die gemäß der Agenturvorschrift nachweislich konsequent Arbeit suchen. Sonst gibt ihnen die Agentur für Arbeit kein Geld. Unterbeschäftigt sind laut Agentur erstens die "registrierten Arbeitslosen", zweitens "Teilnehmer an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen", drittens "die Nutzer von vorruhestandsähnlichen Regelungen". fitz

Arbeitsagentur und Jobcenter sagen auch, wie Firmen Entlassungen mit Fortbildung verhindern können. foto: Uwe Anspach/dpa
Arbeitsagentur und Jobcenter sagen auch, wie Firmen Entlassungen mit Fortbildung verhindern können. foto: Uwe Anspach/dpa