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275 junge "Engel" helfen überall in Saarbrücken

Start am St. Johanner Markt: Gestern schwärmten vom Brunnen 275 hilfsbereite junge "Engel" aus. Foto: Becker&Bredel
Start am St. Johanner Markt: Gestern schwärmten vom Brunnen 275 hilfsbereite junge "Engel" aus. Foto: Becker&Bredel
"Uns schickt der Himmel" ist ihr Motto. 72 Stunden lang wollen sie helfen, wo auch immer sie gebraucht werden. Gestern holten sie sich am St. Johanner Markt ihre Aufgaben ab und schwärmten aus. Von SZ-Redaktionsmitglied Fabian Bosse

Saarbrücken. In das "Abenteuer Solidarität" stürzten sich gestern 275 Jugendliche aus Saarbrücken. Unter dem Motto "Uns schickt der Himmel" startete der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) eine 72-Stunden-Sozialaktion. Sie läuft von Donnerstag bis Sonntag: Zwölf Gruppen von Jugendlichen lösen je eine soziale, ökologische oder interkulturelle Aufgabe. Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Initiative, bei der rund 100 000 Jugendliche in 14 Bistümern im Einsatz sind.


Beispiel eins: Die 275 Jugendlichen, die im Dekanat Saarbrücken mitmachen, holten sich gestern um 17.07 Uhr auf dem St. Johanner Markt unter großem Jubel bei Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ihre Aufgaben ab. Und die haben es in sich: 32 Firmlinge der Gemeinde St. Augustinus und St. Johann sollen gemeinsam mit Obdachlosen eine Tafel in der Stadt organisieren.

Beispiel zwei: Die 15 Ministranten der Gemeinde St. Johannes Baptista in Altenkessel sollen für die Deutschherrnschule in Alt-Saarbrücken ein Hochbeet, eine Sitz- und Klettertribüne aus Holzstämmen und eine Sonnenuhr bauen. Die Altenkesseler sind gespannt. "Wir wissen überhaupt nicht, was kommt. Wir fahren nun zur Schule und lassen uns überraschen", sagte die 19-jährige Schülerin Angelina Schmelzer.

Beispiel drei: Gemeinsam sollen 15 Jugendliche aus der Daarler Gemeinde Christkönig und den türkisch-islamischen DITIB-Moscheegemeinden von Saarbrücken und Völklingen auf der Gedenkstätte "Gestapo-Lager Neue Bremm" die Fundamente der Gefangenenbaracken ausbessern. "Damit kein Gras drüber wächst", erklärte Heiner Buchen, Projektleiter und Pastoralreferent des Dekanats Saarbrücken. Bereits am Samstag sollen die jungen Leute aus der Gruppe drei auch Besucher über das Gelände führen und ein Denkmal für die Menschenrechte erfinden.

"Bei der 72-Stunden-Sozialaktion sollen die Jugendlichen positive Erfahrungen sammeln, sie sollen lernen, Dinge anzugehen und zu gestalten", erklärt Buchen.



Auf einen Blick

Die zwölf Aufgaben: Im Kulturbahnhof beschäftigen sich junge Leute mit dem Thema Flucht und bauen ein Zimmer der Landesaufnahmestelle Lebach nach. Ein Garten der Sinne entsteht am Hanns-Joachim Haus in Kleinblittersdorf. Im Kindergarten Klarenthal wird eine Matschgrube angelegt. In der Jugendkirche Hellwigstraße steigt ein Second-Hemd-und-Hose-Markt. Auf dem St. Johanner Markt werden Jugendliche und Obdachlose eine Tafel anbieten. In Alt-Saarbrücken entsteht ein Hochbeet an der Deutschherrnschule. An der KZ-Gedenkstätte Neue Bremm wird ein Mahnmal für Menschenrechte errichtet. Im Margaretenstift wird eine Werkstatt neu gestaltet. Zusammen mit der Verdi-Jugend beschäftigen sich junge Menschen mit Leih- und Zeitarbeit. Um Garten- und Raumgestaltung geht es im Theresienheim. Jugendliche werden im Saarlandmuseum zu Museumsführern. In St. Ingbert setzen junge Leute einen Wasserlehrpfad in Stand. Bei den Barmherzigen Brüdern in Rilchingen wird der Jakobsweg kreativ gestaltet. gda