Barrierefreiheit : 2018 startet der Umbau des Filmhauses

Barrierefrei soll es werden, in den Hof soll eine Gastwirtschaft, und der Denkmalschutz soll gewahrt bleiben. Die Stadt hofft auf einen Zuschuss aus Berlin.

Mit dem behindertengerechten Umbau eines Hauses oder einer Einrichtung ist das so eine Sache. Das weiß jetzt auch Thomas Brück, der Kulturdezernent der Landeshauptstadt, der sich anlässlich der Neugestaltung und Neuorganisation des Filmhauses immer tiefer in die Materie hineinknien muss. Es gibt viel zu tun. Während das neustrukturierte Filmhaus nun endgültig an Fronleichnam, 15. Juni, wiedereröffnet, dauert es mit der Barrierefreiheit noch eine Weile. Am Aufzug, ein schmales Ding, das sich kaum mehr dazu eignet, Gegenstände nach oben zu fahren, und an den Toiletten mangelt es.

Dabei sollten nach dem saarländischen Behindertengleichstellungsgesetz alle öffentlichen Einrichtungen seit dem 1.1.2014 bereits barrierefrei sein. "Wir werden in diesem Jahr nicht mit dem Umbau beginnen", sagt Brück und verweist auf die vielen organisatorischen Angelegenheiten, die zuvor noch in trockene Tücher gebracht werden müssen. Die Planungen laufen. Zwei Tage nach der Wiedereröffnung stehe zum Beispiel als Nächstes ein Gespräch mit dem Eigentümer des Gebäudes an, in dem das Filmhaus seine Räume hat. Der Eigentümer muss natürlich in die Pläne miteinbezogen werden. Eine wichtige Rolle beim Umbau spielt auch der Denkmalschutz das Hauses.

Für einen gewissen Druck in der Vorbereitung sorgen die Kosten. Brück möchte nicht gerne über Zahlen reden, die 60 000 Euro aber, die eine frühere Studie für den Umbau veranschlagt hatte, lägen weit darunter. Um so wichtiger ist es also, dass der Förderantrag, der in Saarbrücken noch in der Schublade liegt, später in Berlin Früchte trägt. Er geht an die Filmförderanstalt (FFA) mit Sitz an der Spree, die Geld für den barrierefreien Ausbau solcher Einrichtungen wie des Saarbrücker Filmhauses verwaltet. Ein Gespräch habe es bereits gegeben, sagt Thomas Brück, der seitdem auch recht zuversichtlich ist, was den Erfolg angeht. Ein Förderantrag an das Land ist noch nicht geplant, Brück will aber nach der Anfrage der SZ auch das jetzt prüfen.

Der Umbau selbst wird eine große Sache werden. Mit der Vergrößerung des Aufzuges ist es schließlich nicht getan. Auch der Kinosaal müsse so vorbereitet werden, dass ein Rollstuhlfahrer bis vor die Leinwand fahren kann.

Dunja Fuhrmann, die Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt, befürchtet sogar, dass jemand im Rollstuhl oder auf Krücken gar nicht erst bis zum Aufzug kommt. "Das Kopfsteinpflaster im Innenhof bis zum Filmhaus ist eine Katastrophe", sagt sie, "so eine Holperei."

Aber schon seit längerem habe niemand von der Stadt mehr mit ihr über die Planung zum barrierefreien Umbau im Filmhaus gesprochen oder sie gar um Rat gefragt. Deswegen weiß sie auch nicht, ob das Filmhaus inzwischen mit einer induktiven Höranlage versehen ist. Die ist wichtig, damit Menschen mit Hörgeräten nicht ständig Rückkopplungen ins Ohr gepfiffen bekommen.

Wenn es 2018 losgeht mit dem Umbau, laufen die Arbeiten dann vielleicht tagsüber, während der Abend den Filmen gehört. "Es kann aber auch gut sein, dass wir dann drei bis vier Wochen schließen müssen", sagt Brück. Weniger Umstände als der behindertengerechte Umbau bereitet die geplante Gastronomie des Filmhauses im Innenhof. Brück glaubt nicht, dass das für Unmut bei den umliegenden Gaststätten sorgt. Und tatsächlich sieht Amir Yaghabzadeh als Inhaber des benachbarten Zapata die neue Konkurrenz entspannt: "Je mehr Leute in den Hof kommen, desto besser ist es auch für uns. Von ihnen werden sich auch sicher einige an unsere Tische setzen."