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150 Teilnehmer des Ostermarschs warnen vor „neuem Kalten Krieg“

Saarbrücken. Rund 150 Friedensaktivisten haben sich nach Polizeiangaben am Ostersamstag in der Landeshauptstadt Saarbrücken zum traditionellen Ostermarsch versammelt. Mit Transparenten und Plakaten zogen sie von der Johanniskirche zur Europagalerie und durch die Eisenbahnstraße zur Abschlusskundgebung auf dem St. Frank Bredel

Johanner Markt. Dort war der Journalist Otmar Steinbicker der Hauptredner. "Es ist nicht schwer, wenn man Menschen motivieren will, gegen einen konkreten Raketenstandort zu sein. Heute ist bei der Friedensbewegung aber etwas anderes gefordert: Wir müssen Wege aufzeigen, wie man Konflikte in der Welt zivil und nicht militärisch aufarbeiten kann", sagte er der SZ. "Uns droht ein neuer Kalter Krieg mit Provokationen auf beiden Seiten. Russland fliegt mit Bombern Richtung Europa und Amerika antwortet mit einem Militärkonvoi durchs Baltikum." Es sei naiv zu glauben, dass das dem Frieden diene. Auch sei es sinnlos zu fragen, wer in Konfliktlagen "der Gute" sei und wer "der Böse". Die Friedensbewegung ergreife heute nicht Partei, sondern suche nach Ursachen für Konflikte und nach zivilen Lösungen. "Selten ist die Schuld an Eskalation einseitig verteilt", so Steinbicker. Er lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU ) für die Initiative zur Minsker Verhandlungsrunde im Ukraine-Konflikt. Dialog sei immer das Mittel der Wahl.