150 Computer der Landesregierung haben Sicherheitslücken

Dutzende Computer der Landesregierung laufen noch immer mit dem veralteten Betriebssystem Windows XP , für das der Softwarehersteller Microsoft seit über einem Jahr keine Sicherheits-Aktualisierungen mehr zur Verfügung stellt.

"Vorrangig betroffen sind zirka noch 150 PCs in dem Ressort Bildung und Kultur, wo sich die Umstellung aufgrund von Umzugsmaßnahmen bis Ende September 2015 verzögert", sagte Regierungssprecher Thorsten Klein auf SZ-Anfrage.

Anfang Mai war bekannt geworden, dass die Umstellung noch nicht abgeschlossen ist, obwohl Microsoft bereits vor 13 Jahren angekündigt hat, dass es ab April 2014 keine Sicherheits-Updates mehr geben wird. Die Piraten-Fraktion im Landtag warnt daher vor einer "massiven Sicherheitslücke" im Computersystem. Der Abgeordnete Andreas Augustin kritisierte, dass die Regierung so "folgenschwere Hackerangriffe" riskiere.

Auch die Sicherheitslücken der neueren Betriebssysteme Windows 7 und 8 fänden sich häufig bei Windows XP wieder, sagt Stefan Nürnberger vom Kompetenzzentrum Informatik Saarland (KIS). Während sie aber bei den beiden neueren Versionen durch die automatischen Aktualisierungen geschlossen würden, geschehe dies bei Windows XP seit dem Ende der technischen Unterstützung durch Microsoft nicht mehr. "Es besteht in jedem Fall ein Sicherheitsrisiko, auch wenn sich dieses nicht genau beziffern lässt", erklärt Nürnberger. Ohnehin sei Windows XP "ein an sich unsicheres Betriebssystem".

Elementar seien nun aktuelle Virenscanner sowie interne Richtlinien zum Umgang mit E-Mails oder externen Links. Die Landesregierung teilte mit, dass sie sofort nach Bekanntwerden des Auslaufens der Wartung für Windows XP begonnen habe, die Computer umzustellen.