130 Paten fördern Lesen und Schreiben

Die ehrenamtlichen Paten des Kinderschutzbundes unterstützen deutsche und ausländische Kinder. Ihre Arbeit wird auch von den Lehrern sehr geschätzt. Nun sucht der Verein weitere Paten.

"Wir beobachten oft ein stärkeres Selbstvertrauen bei den Kindern", sagt Sibylle Schneider, eine der Koordinatorinnen des Förderprojekts für Vor- und Grundschulkinder des Kinderschutzbundes Saarbrücken . Sie ist zurzeit Vorlesepatin in einer Kita.

Das Förderprojekt startete vor etwa sieben Jahren mit einer Handvoll Schulen. Inzwischen sind an 23 Grundschulen der Stadt Saarbrücken und in weiteren Kommunen des Regionalverbandes 115 Paten im Einsatz. "Es geht um eine allgemeine Sprach-, Sprech- und Leseförderung für ausländische und deutsche Vor- und Grundschulkinder ", erklärt Irmgard Kron, ebenfalls Koordinatorin des Förderprojekts und Patin an einer Grundschule. In der Regel treffen sich die Paten einmal pro Woche mit dem Kind, das sie betreuen, in der jeweiligen Schule. Dort wird dann gelesen, über Texte gesprochen und geschrieben.

Manche Paten kümmern sich um ein Kind, andere auch um mehrere. Sie werden aber immer einzeln betreut. Einzige Ausnahme sind reine Vorleserunden, die in Kleingruppen abgehalten werden. Diese bieten die Paten seit 2011 auch in Kindertagesstätten an. 15 Vorlesepaten engagieren sich zurzeit in acht Kitas in Saarbrücken und anderen Kommunen des Regionalverbandes.

Die Mitarbeiter des Kinderschutzbundes wählen die Paten sorgfältig aus: Neben einem ersten Telefonat gibt es auch ein persönliches Gespräch. Außerdem müssen die Anwärter ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Die Paten sind eine bunt gemischte Gruppe, darunter sind Studenten, pensionierte Lehrer und Hausfrauen.

"Die Resonanz ist sowohl bei den Schulen als auch den Kindertagesstätten sehr positiv. Das zeigt allein schon die Tatsache, dass wir zurzeit wieder Paten suchen", sagt Sibylle Schneider. 2010 befragte der Kinderschutzbund die Lehrerinnen und Lehrer an den teilnehmenden Schulen. Sie gaben dem Schulpatenprojekt die Note 1,56 nach der Schulnotenskala. Und auch eine Befragung der Paten aus dem Schuljahr 2012/13 zeigt, dass sich 83 Prozent der teilnehmenden Schüler verbessert hätten.

Trotzdem ist die Zukunft des Projekts unsicher. "Es ist ein ständiger Kampf um projektbezogene Mittel", sagt Irmgard Kron, und fügt an: "Zwei Jahre lang hat uns der Verein Herzenssache finanziert. Das waren sorglose Zeiten, aber die Finanzierung endete leider." Heute wird die Finanzierung durch Stiftungen, Zuschüsse vom Ministerium für Bildung und Kultur und auch Spenden von Privatpersonen gestemmt.

Wer Pate in einer Schule oder Kita werden will, meldet sich bitte unter Tel. (06 81) 3 25 33 oder info@kinderschutzbund-saarbruecken.de.

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