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1000 Leckereien auf dem Markt

Saarbrücken. "Sie kriegen auch eine geschmiert!" Lachend bleiben die Besucher des Gourmet-Marktes am Stand von Salz-Import Schweizer aus Überherrn stehen und probieren ein Stück Baguette mit einem leckeren Quark-Salzgewürz-Belag Von SZ-Mitarbeiterin Kerstin Joost-Schäfer

Saarbrücken. "Sie kriegen auch eine geschmiert!" Lachend bleiben die Besucher des Gourmet-Marktes am Stand von Salz-Import Schweizer aus Überherrn stehen und probieren ein Stück Baguette mit einem leckeren Quark-Salzgewürz-Belag. Das hier verwendete Fleur de Sel ist das teuerste und edelste Meersalz, erklärt Schweizer, und die Idee, dieses seltene Naturprodukt im Saarland zu vermarkten, sei ihm im Urlaub auf der Ile de Ré gekommen, als er den Bauern bei der Salzgewinnung zugeschaut habe. Um das edle Naturprodukt selbst zu verkaufen, hat Schweizer seinen Beruf als Drucker an den Nagel gehängt - eine Entscheidung, die ihn sichtbar glücklich gemacht hat.



Es sind eben auch die kleinen Geschichten am Rande, - neben dem Kosten, Probieren, Riechen und Schauen -, die den Besuch des Gourmet-Marktes rund um die Ludwigskirche an diesem Wochenende ausmachen. Schräg gegenüber von Fleur de Sel beispielsweise betreut Doris Kartkey den Stand der Erzeugergemeinschaft Biosphäre Bliesgau. Sie selbst stellt Kosmetik aus Zutaten her, die es nur im Bliesgau gibt; außerdem züchtet sie im heimischen Anwesen in Beeden biologische Kräuter. Ganz im Sinne der gegenseitigen Unterstützung zur Vermarktung der Produkte aus dem Bliesgau wirbt sie an diesem Wochenende nicht nur für ihre Bio-Kosmetik, sondern auch für köstlichen Apfel-Secco, Honig, Weinbrände, Öl und Käse.

Apropos Käse! Wer dem verfallen ist, der konnte sich vom Stand von Philippe Olivier wohl kaum noch losreißen. Eine seiner vielen Spezialitäten ist der Coeur de Camembert au Calvados, eine in dem geistigen Getränk eingelegte Köstlichkeit, die hernach mit Semmelbröseln paniert als Nachtisch gereicht wird. Die Liste der Anbieter französischer Produkte ist lang - lang ist auch das Brot, nämlich genau ein Meter siebzig, das in einem Holzofen in Obernai gebacken und hier auf dem Gourmet-Markt in Scheiben geschnitten reißenden Absatz findet. Bei Lachs, Entenbrust, Champagner, Münsterkäse und Quiche Lorraine läuft einem unweigerlich das Wasser im Mund zusammen. Specialités culinaires vertreibt Andreas Marchall aus Romelfing bei Fénétrange. Seine Pata Negra zergeht auf der Zunge, und die Übersetzung bricht dieselbige fast: Den "Schwarzfußschweinschinken" bezieht Marchall von einem Metzger aus Nordspanien, der ihn in traditioneller Weise herstellt.

Diese und viele andere der kulinarischen Köstlichkeiten erhält man übrigens das ganze Jahr über in Geschäften und Märkten in und um Saarbrücken. Auch wer die hübschen Thailänderinnen in ihren prächtigen Kleidern noch einmal bestaunen möchte, der muss nur ein paar Schritte weiter in die Mainzer Straße ins Krua Thai gehen.