Saarbrücken stellt 23 Weihnachtsbäume auf

Adventszeit : Saarbrücken stellt 23 Weihnachtsbäume auf

Auch die Verwaltungen anderer Regionalverbandskommunen glauben nicht, dass der Verzicht auf diese Tradition dem Klima nutzt.

In den Städten und Kommunen des Regionalverbandes Saarbrücken wird es auch in diesem Jahr eine romantische Advents- und Weihnachtszeit ganz im Sinne der Tradition geben. „Wir werden in diesem Jahr wie gewohnt 23 Weihnachtsbäume in Saarbrücken aufstellen. Diese Tradition werden wir auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Eine Reduzierung der Anzahl stellt keinen Beitrag zum Klimaschutz dar. Es wäre auch politisch das falsche Signal. Solche Aktionen lenken von den wirklich wichtigen Herausforderungen im Klimaschutz ab“, erklärt Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt.

Im Oktober teilte ein Unternehmer-Verein aus Landau mit, dass dort in der Innenstadt in diesem Jahr keine Weihnachtsbäume aufgestellt werden sollen. Es soll ein Zeichen für den Klimaschutz sein.

In Kleinblittersdorf werden, wie in jedem Jahr, Weihnachtsbäume in allen fünf Ortsteilen aufgestellt. „Das gehört zu unserer Tradition, und das werden wir auch fortsetzen. Wir haben vor ein paar Jahren die Weihnachtsbeleuchtung in unseren Dörfern auf LED umgestellt und sparen so viel Energie“, sagt Bürgermeister Stephan Strichertz.

In Kleinblittersdorf, Püttlingen, Heusweiler, Großrosseln und anderen Kommunen gibt es noch eine Besonderheit: Die kommunalen Verwaltungen fragen in der Bevölkerung nach „Baumspenden“ – in der Regel Bäume, die ohnehin beseitigt werden sollten – und lassen diese von den Bauhöfen professionell fällen und abholen. So konnten schon viele Tannenbäume für die Weihnachtszeit gefällt werden, die ansonsten womöglich bei Stürmen Schäden angerichtet hätten. Lutz Maurer, Bürgermeister von Quierschied, sagt: „Wie in den vergangenen Jahren plant die Gemeinde, in jedem Gemeindebezirk, also in Quierschied, Fischbach-Camphausen und Göttelborn, mindestens je einen Tannenbaum aufzustellen. Die Bäume werden von Privatpersonen zur Verfügung gestellt.“

Auch in der Bevölkerung würde das Weglassen von Weihnachtsbäumen in der Adventszeit auf Unverständnis stoßen. „Es freuen sich doch viele Menschen auf Weihnachten mit allem drum und dran. Natürlich müssen wir sehen, dass wir bewusster leben und auf das Klima achten, aber da gibt es effektivere Dinge als Weihnachtsbäume wegzulassen“, sagt Christoph Arenz, der mit seinem Sohn Marcel durch Bahnhofstraße spaziert.

Christoph Arenz   Foto: Heiko Lehmann. Foto: Heiko Lehmann
Michael Aitch . Foto: Heiko Lehmann

Michael Aitch aus San Diego, USA, lebt schon viele Jahre in Saarbrücken. „Wenn man das richtig machen möchte, dann muss man nicht nur die Bäume weglassen, sondern auch alle Beleuchtungen, die viele Geschenke und die Dekoration. In meiner Heimat gibt es in den Straßen regelrechte Wettbewerbe, wer die schönste Beleuchtung am Haus hat. Ich will gar nicht wissen, wie viel Energie dort in der Adventszeit verbraucht wird“, sagt der 55-Jährig. Andreas Kurtz aus Auersmacher findet ohnehin, dass die Deutschen bei solchen Dingen maßlos übertreiben können, so ist er der Ansicht: „Viele Länder auf der Welt machen, was sie wollen, und wir meinen immer, dass wir das Klima mit irgendwelchen Aktionen im Alleingang retten müssen. Klimaschutz ist eine schön Sache. Es wäre aber noch schöner, wenn alle mitmachen würden.“

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