„Wir befinden uns in einem dramatischen Wandel“ Saarländischer Rundfunk will 18 bis 22 Millionen einsparen und stellt Sendungen ein

Saarbrücken · Der Saarländische Rundfunk will Geld einsparen. Dazu wurde am Montag ein Strategie- und Maßnahmenplan vorgestellt. Was alles auf der Streichliste steht.

Saarbrücken: Saarländischer Rundfunk stellt Sendungen ein​
Foto: BeckerBredel

Der Saarländische Rundfunk (SR) will bis 2028 nach SZ-Informationen zwischen 18 und 22 Millionen Euro einsparen. Intendant Martin Grasmück und das Direktorium stellten dazu am Montag dem Rundfunkrat einen Strategie- und Maßnahmenplan vor, ohne eine konkrete Summe zu nennen. Danach will der Sender freiwerdende Stellen streichen, seine Gebäude günstiger managen, Produktionsprozesse verschlanken, aber auch TV-Sendungen streichen und Nachrichten von Hörfunkprogrammen zusammenlegen.

Saarländischer Rundfunk: „Wir befinden uns in einem dramatischen Wandel“

„Wir befinden uns in einem dramatischen Wandel“, skizzierte Grasmück einen Auslöser für die angedachten Sparmaßnahmen, die Grundlage eines Finanzplans sind, die der Rundfunk- und der Verwaltungsrat beraten werden. Natürlich treffe den SR auch die Inflation, die Kostensteigerungen, dazu komme die Ungewissheit, ob die von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) vorgeschlagenen Gebührenerhöhung um 58 Cent auf 18,94 Euro pro Monat tatsächlich komme. Das sei zweifelhaft, schließlich müssten alle Landesparlamente zustimmen. Und da gibt es vor allem im Osten der Republik klare Signale, dass dies nicht geschieht. SR-Verwaltungs- und Betriebsdirektor Alfred Schmitz erläuterte, dass selbst bei einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags eine Finanzierungslücke bleibe. Denn die 58 Cent entsprächen nur einem Zuwachs von 0,8 Prozent pro Jahr bei einer aktuellen Inflationsrate von 2,2 Prozent. Sollte die Beitragserhöhung nicht kommen, seien „weitere Sparmaßnahmen“ erforderlich, so Schmitz.

„Wir müssen an den Personalaufwand, an die Sachaufwände und ans Programmangebot“, fasste der Intendant Grasmück die Wege zum Sparen zusammen. Dabei soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Von den aktuell 553 Stellen sollen 17 Stellen wegfallen. Einige Stellen von Mitarbeitern, die in Rente gehen, sollen nicht mehr besetzt werden. „Sparen tut immer weh, das ist kein Anlass für Beifall. Positiv ist natürlich, dass es keine Kündigungen gibt“, kommentierte Ulli Wagner, die Vorsitzende Saarländischer Journalistenverband und selbst SR-Mitarbeiterin: Von festen Freien wolle man sich auch nicht trennen. „Die werden weiterhin gebraucht, das ist aus unserer Sicht auch eine gute Nachricht im Schlechten“, sagte Wagner.

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Saarländischer Rundfunk – diese Sendungen werden gestrichen

Lutz Semmelrogge, Programmdirektor des SR, erklärte, was im Programm wegfallen soll, damit der Sender in den kommenden vier Jahren dort etwa sechs Millionen Euro einsparen kann. Dazu sollen alle TV-Sendungen am Donnerstagabend nicht mehr produziert werden. Der Donnerstagabend im Fernsehen sei schwierig, daher sollen alle Eigenproduktionen, die ab 20.15 Uhr laufen, eingestellt werden. Sendungen wie „Saar3“, „Saarthema“, oder „Saartalk“ – das gemeinsame Talkformat mit der Saarbrücker Zeitung – sollen noch bis Ende des Jahres laufen, danach soll Schluss sein. Auch die Sendung „Alfons und Gäste“ am Dienstagabend mit Kabarettist Emmanuel Peterfalvi um 22.30 Uhr will der SR zu 2026 einstellen. Mit Peterfalvi sei der SR allerdings in Verhandlungen für weitere Formate außerhalb dieser Sendezeit, erklärte Semmelrogge. Langfristig falle eines von drei Fernsehstudios weg.

Die vier Hörfunkwellen SR1, SR2, SR3 und UnserDing sollen bleiben. Doch auch hier wird es Veränderungen geben. So sollen die Nachrichten von SR1, SR2 und SR3 zusammengelegt werden. Wann und wie genau, steht noch nicht fest. Fest steht: Die Nachrichten bis 24 Uhr sollen aber weiterhin regionalisiert vom Halberg kommen.

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