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Saarbrücken: Menschen demonstrieren gegen Völkermord im Nordirak

Gedenkprotest in Saarbrücken : Menschen demonstrieren gegen Völkermord im Nordirak

Vier Jahre nach den Gräueltaten der Terrormiliz IS im Nordirak haben rund 150 Demonstranten am Freitagabend (3. August) vor der Saargalerie in Saarbrücken auf das Leiden der christlichen und jesidischen Minderheiten aufmerksam gemacht.

Als Völkermord haben Redner den blutigen Übergriff vor vier Jahren in der nordirakischen Stadt Shengal bezeichnet. Damals verschleppten terroristische IS-Kämpfer auch Frauen und Kinder, die der kurdisch-religiösen Minderheit der Jesiden sowie Christen angehörten. Sprecher verurteilten während einer Mahnwache in Saarbrücken am Freitagabend auch den türkischen Staat, der gegen Kurden Waffen einsetze. Der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze (Linke) geißelte die Waffenlieferungen Deutschlands in jene Länder, die diese gegen das Volk einsetzen. Er verteidigte seine Äußerungen, worauf Verfolgte ein recht auf Selbstverteidigung hätten.

Die Kundgebung, an der überwiegend Kurdischstämmige mit Transparenten und Fahnen teilnahmen, hatte um 18 Uhr begonnen und endete nach Polizeiangaben um 19.15 Uhr friedlich. Nach übereinstimmenden Zählungen von Beamten und Veranstalter sollen sich rund 150 Menschen an dem Protest vor der Europagalerie beteiligt haben. Der Dachverband des Ezidischen Frauenrats hatte dazu aufgerufen. Es beteiligten sich daran weitere Organisationen wie die Aktion 3. Welt Saar und das Kurdische Gemeinschaftszentrum Saarbrücken.