Unsere Woche : Saarbrücken – Kulturhauptstadt?

In dieser Woche war Saarbrücken Filmstadt. Kino fast rund um die Uhr – ein kulturelles Leben, wie es in ganz großen Städten übers Jahr fast täglich möglich ist.

Zwischen all den Gästen und Besuchern des Ophüls-Festivals immer wieder Politiker aus dem Land, aus der Stadt. Darunter auch welche, die vor kurzer Zeit erst den Koalitionsvertrag geschmiedet haben.  „Saarbrücken, die Zukunftsstadt“ ist das Leitmotiv. Kultur darf dabei nicht fehlen. Auf dem Papier wagt man den großen Wurf: Saarbrücken soll Kulturhauptstadt Europas werden. „Wir wollen das kreative und urbane Saarbrücken und diese Marke auch überregional bekannt machen. Wir streben an, dass Saarbrücken Kulturhauptstadt Europas wird und werden in dieser Ratsperiode die Voraussetzungen für einen entsprechenden Antrag in der folgenden Ratsperiode schaffen.“ Das liest man und staunt. Kulturhauptstadt kann man schließlich nicht einfach so werden. Bevor Saarbrücken sich bewerben kann, muss Deutschland erst einmal an der Reihe sein. Das ist 2025 der Fall, acht deutsche Städte haben sich bereits beworben, bis 2033 ist Deutschland dann nicht auf der Liste der Länder zu finden, die die Kulturhauptstadt stellen können.

So ist denn klar, dass das Wünschenswerte nicht machbar sein wird. Die Idee an sich aber kann nur Gutes für die Kultur in der Stadt bedeuten. Wer ein solches Ziel auch nur formuliert,  muss sie beharrlich fördern.

Beharrlichkeit war auch nötig, als es  um den Mittelbau des Saarbrücker Schlosses ging. Was später als großer Wurf galt, wurde zunächst vielfach kritisiert. In dieser Woche nun zog es so manchen aus Saarbrücken nach Köln. Dort feierte der Architekt Gottfried Böhm seinen 100. Geburtstag. Zeit für gute Wünsche. Zeit daran zu denken, dass auch zunächst unmöglich Erscheinendes mit der Zeit doch machbar ist.