Saar-Pegel über fünf Meter Erinnerungen an Jahrhunderthochwasser im Jahr 1947

Saarbrücken · Vor der Stadtgrenze machte das Hochwasser am Freitag nicht Halt. Die Stadt meldete eine Großschadenslage, ganze Bereiche um die Saar wurden abgesperrt, Menschen aus ihren Wohnung in der Stadt evakuiert.

 Land unter: Beim Hochwasser 1947/48 konnte man den St. Johanner Markt auch mit Boo-  ten befahren.

Land unter: Beim Hochwasser 1947/48 konnte man den St. Johanner Markt auch mit Boo- ten befahren.

Foto: Saarbrücker Zeitung

Beim Jahrhunderthochwasser im Jahr 1947 stieg die Saar bis auf über zehn Meter, damals konnte man den St. Johanner Markt mit Booten befahren. Normalerweise liegt der Pegel an der Messstelle St. Arnual bei um die zwei Meter. Am Freitagnachmittag hat er die Fünf-Meter-Grenze bereits überschritten – und er steigt weiter. Die Stadt rief eine „Großschadenslage“ aus.

Stadtautobahn, Rasenplätze und Zoo gesperrt

Hochwasser-Katastrophe im Saarland – Bilder aus allen Landkreisen​
218 Bilder

Hochwasser-Katastrophe im Saarland – Bilder aus allen Landkreisen

218 Bilder
Foto: Ruppenthal

Die Stadtautobahn wurde freitags um die Mittagszeit teilweise voll gesperrt, der Bereich am unteren Willi-Graf-Ufer war schon am Vormittag dicht, der Spielplatz am Staden überschwemmt. Mehrere Stadtbewohner mussten ihre Wohnungen verlassen, kamen solange in Ausweichquartieren unter. Eines dieser Lager, die Montessori Grundschule Rußhütte, musste jedoch wegen eines Stromausfalls geschlossen werden. Der Saarbrücker Zoo wurde geschlossen, alle Rasensportplätze bleiben bis Montag gesperrt, das teilte die Stadt am Nachmittag mit. Saarbahn und Busse fuhren demnach nur noch „stark eingeschränkt“. Die Stadt hat ein Bürgertelefon eingerichtet: (0681) 9050. Auch Menschen, die helfen wollen, können sich dort melden.

Hochwasser in Saarbrücken: Über 200 Bilder zeigen Ausmaß
294 Bilder

Über 200 Bilder zeigen Ausmaß des Hochwassers im Regionalverband

294 Bilder
Foto: dpa/Andreas Arnold

Seit Tagen wurde vor dem Hochwasserereignis gewarnt. In Zusammenarbeit mit dem Regionalverband hat die Stadt nach eigenen Informationen einen Verwaltungs- und Krisenstab gebildet. Wann er genau gebildet wurde, dazu machte die Stadt am Freitag keine Angaben. Die Leitung habe der Verwaltungsdezernent und das Amt für Brand- und Bevölkerungsschutz. Bewohner im Stadtteil Rußhütte beklagten fehlende Unterstützung mit Sandsäcken. Die Stadt wies jedoch auf Nachfrage darauf hin, dass jeder selbst verantwortlich sei für den eigenen Hochwasserschutz. Daran werde seit Jahren erinnert. Die Ausgabe der Sandsäcke erfolge in Krisensituationen „koordiniert und nach Bedarf“, sagte die Stadt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort