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Zurück im Dienst
Ex-Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr hat neuen Job im Rathaus

Der geschasste Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, Josef Schun, kehrt zurück ins Rathaus der Landeshauptstadt, allerdings auf einen neuen Posten.
Der geschasste Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, Josef Schun, kehrt zurück ins Rathaus der Landeshauptstadt, allerdings auf einen neuen Posten. FOTO: BeckerBredel / bub/fb
Saarbrücken. Richter am Verwaltungsgericht: Josef Schun muss sofort zurück zum Dienst. Jetzt arbeitet er als Brandschutzreferent – vorläufig. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Nächster Akt im Rechtsstreit um den geschassten Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr: Josef Schun ist seit dieser Woche zurück im Rathaus, allerdings auf einem neuen Posten. Entsprechende Informationen der Saarbrücker Zeitung hat am Donnerstagabend (20. September) Pressesprecher Thomas Blug bestätigt.


Baudezernenten unterstellt

Demnach arbeitet Schun ab sofort als Brandschutz- und Sicherheitsreferent. Die Leitung der Berufsfeuerwehr bleibt ihm entzogen. Nach Blugs Angaben ist er Baudezernent Heiko Lukas direkt unterstellt.



Schun gewinnt Eilverfahren

Der Rückkehr in die Stadtverwaltung war ein Beschluss vom 10. September der Richter am Verwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis in einem Eilverfahren vorausgegangen. Demnach musste die Stadt Schuns Freistellung vom Dienst wegen eines laufenden Betrugsverfahrens aufheben. Gegen die Freistellung hatte der Betroffene erfolgreich Widerspruch eingelegt. Nach städtischen Angaben war Schun unter anderem wegen des Betrugsvorwurfs sowie wegen Störung des Vertrauensverhältnisses“ am 8. März die Führung der Berufsfeuerwehr entzogen worden. Sollte das Amtsgericht allerdings ein Hauptverfahren wegen Betrugs gegen Schun eröffnen, werde der Beschuldigte erneut freigestellt, kündigte Blug an.

Hochwasser- und Brandschutz

Schuns aktuelle Aufgaben sollen das Hochwasserrisikomanagement sowie „die Weiterentwicklung des baulichen Brandschutzes in der Landeshauptstadt“ sein .

Betrugsvorwurf noch im Raum

Josef Schun wird vorgeworfen, ein ausgesondertes Feuerwehrauto an den Verein Aero-Club in Pirmasens verschenkt zu haben. Dort war er zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt selbst Mitglied. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) soll dies genehmigt haben. Auslöser dafür: Schun habe ihr erklärt, der Wagen sei schrottfreif. Schun bestreitet das.

Massive Kritik seitens der Feuerwehr

Bereits im Frühjahr hatte der Ex-Berufsfeuerwehrchef einen Erfolg errungen: Damals erklärte das Verwaltungsgericht die im Dezember von Britz ausgesprochene zunächst dreimonatige Suspendierung für rechtswidrig. Die Landeshauptstadt hatte den Schritt damit begründet, dass das Vertrauensverhältnis unter anderem zu den Beamten der Berufsfeuerwehr schwer erschüttert gewesen sei. Nach einem verheerenden Wohnhausbrand am Saarufer mit vier Toten hatten Feuerwehrleute schwere Vorwürfe gegen Schun erhoben. Auch zuvor hatte es massive Kritik aus den Reihen der Berufsfeuerwehr gehagelt. Mitglieder drohten in dem Zusammenhang sogar mit Kündigung.