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Saarbrücken: Eiskalter​ Schwarzfahrer in der Saarbahn

Schneemann in der Straßenbahn : Eiskalter Schwarzfahrer in der Saarbahn – was das Unternehmen dazu sagt (mit Video)

In Windeseile haben junge Leute in Saarbrücken einem blinden Passagier in die Saarbahn geholfen. Dann schloss sich die Tür, und er fuhr davon. Jetzt meldet sich eine Sprecherin wegen des Vorfalls zu Wort.

Das kommt auch nicht alle Tage vor: dass mit der Handykamera gefilmt wird, wie ein blinder Passagier in eine Straßenbahn gehievt wird. Und dann auch noch Stück für Stück – in Einzelteilen. So aber jetzt geschehen bei der Saarbahn in Saarbrücken.

Dort stürmten mehrere junge Leute am Abend an der innerstädtischen Haltestelle Landwehrplatz auf die Bahn zu. Wohl auf ihre Tat vorbereitet. Die Bahn öffnete zum Ein- und Ausstieg die Pforten. Und flugs waren die vier winterlich vermummte Personen bei der Sache.

So halfen die Komplizen dem Schwarzfahrer beim Einstieg in die Saarbahn

An der letzten hinteren Tür standen sie bereit. Mit drei unterschiedlich großen Schneekugeln. Sogleich rollten sie die größte in den Wagen. Im Video zu sehen: Einige Kunden im Waggon schienen bewusst das irrwitzige Geschehen um sich herum zu ignorieren. Sie starrten weiterhin gebannt auf ihre Mobiltelefone. Ein anderer jedoch blickte etwas irritiert um sich, ohne aber einzuschreiten.

Unterdessen setzten die Gehilfen des eiskalten Gesellen ihre Arbeit unbeirrt fort. In Windeseile trugen sie die beiden übrigen Kugeln hinein, um vor der regulären Weiterfahrt ihr Werk zu vollenden.

Peu à peu war zu erkennen, was da so rasch entsteht: Zügig steckte einer der Beteiligten zwei Zweige jeweils seitlich in die untere Kugel. Da wollte sich die Tür auch schon wieder schließen. Doch mit einem Fuß blockierte einer der Komplizen den automatischen Vorgang. Dann hastig die beiden kleineren Schneeballen draufgesetzt – und fertig war er, der Schneemann.

Die Tür ging zu, die Saarbahn rollte an. Die Unterstützer des eiskalten Schwarzfahrers blieben zurück. Der Zug entschwand im Dunkel. Ein paar Stationen weiter stiegen die Unterstützer des 1,20 Meter großen Schneemanns wieder ein und halfen ihm beim Ausstieg, bevor von ihm nur noch eine klägliche Pfütze übrig geblieben wäre.

Wer die vier Gehilfen des eiskalten Schwarzfahrers waren, ist auf dem Video nicht zu erkennen, das in sozialen Netzwerken die Runde macht. Sie trugen dicke Schals vorm Gesicht.

Saarbahn-Sprecherin: Kunde hatte kein gültiges Ticket

Der Saarbahn-Führungsetage blieb dieses kuriose Spektakel nicht verborgen. Sie prüfte, ob der frostige Geselle überhaupt hätte mitfahren dürfen. Saarbahn-Sprecherin Ulrike Reimann auf SZ-Anfrage: „Der Schneemann hatte kein Ticket.“

Bevor er seine nächste Reise antritt, die dann nicht mehr als Schwarzfahrt enden soll, sagt die Marketingchefin: „Wir empfehlen ihm, beim nächsten Mal das günstige Tagesticket zu nehmen.“ Und fügt hinzu: „Dann kann er fahren, bis er schmilzt.“