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Streit um Verkehr an Grundschule

Malstatt. Die Montessori-Grundschule auf der Rußhütte soll um eine Klasse erweitert werden (die SZ berichtete). Doch Guido Roth, Sprecher der Bürgerinitiative Rußhütte, fürchtet, dass dann der starke Verkehr in dem Stadtteil noch zunimmt. Er ist dagegen, dass die Schule "scheibchenweise" ausgebaut wird Von SZ-Redakteur Markus Saeftel

Malstatt. Die Montessori-Grundschule auf der Rußhütte soll um eine Klasse erweitert werden (die SZ berichtete). Doch Guido Roth, Sprecher der Bürgerinitiative Rußhütte, fürchtet, dass dann der starke Verkehr in dem Stadtteil noch zunimmt. Er ist dagegen, dass die Schule "scheibchenweise" ausgebaut wird. Roth betont aber, es gehe nicht um eine "pauschale Ablehnung der Schule". Die habe bereits das Verkehrsproblem erkannt und den Eltern empfohlen, ihre Kinder etwas weiter weg von der Schule abzusetzen. Roth befürchtet, dass es ab dem nächsten Schuljahr "100 Fahrzeugbewegungen" zusätzlich gibt. Er konnte aber nicht bestätigen, dass sich viele Anwohner bei ihm beschwert hätten. Am vergangenen Mittwoch trug er seine Bedenken im Ausschuss für Schule, Kinder und Jugend vor. Eine Unterschriftenliste hatte Roth aber nicht dabei, sagte Dezernent Erik Schrader am Freitag der SZ. Auch die Schulrektorin Ingrid Ulm war in der Sitzung dabei. Sie glaubt nicht, dass Roth bei seinem Protest viele Unterstützer hat. Roth fordert die Stadtratsfraktionen auf, wenn sie den Ausbau wollen, müssten sie sagen, was sie gegen die Verkehrsbelastung tun wollen. In einer Presseerklärung beschwerte sich am Freitag der Montessori Landesverband, er habe von dem Ausschuss-Termin nichts gewusst. Die Stadt habe den Landesverband auch nicht eingeladen. Der bezweifelt auch, dass es "massive Bedenken" gegen den Ausbau der Grundschule gibt. Die Pressemitteilung haben auch die Schulelternsprecherin der Grundschule und die Elternsprecher des benachbarten Kinderhauses unterschrieben. Schrader zeigte am Freitag wenig Verständnis für Roth. Die Schule sei nicht schuld an den Verkehrsproblemen. Viele Autofahrer nutzten die Fischbachstraße/Am Torhaus als Schleichweg, um zum Beispiel den Rastpfuhl zu umfahren. An der Straße lägen auch zwei große Supermärkte. Dass morgens gegen 8 Uhr die Eltern auf der Suche nach Parkplätzen dazukommen, "muss hingenommen werden", findet Schrader. Die Montessori-Schule liegt in der kleinen Zufahrtsstraße Am Hof. Schrader glaubt nicht, dass der Verkehr wegen der neuen Klasse zunimmt: "16 Schüler mehr, das ist zu vernachlässigen." Im Übrigen sei den Eltern das Problem bewusst. Die von außerhalb kommen, bildeten Fahrgemeinschaften. Kinder der vierten Klasse sollten Busse benutzen. Wie die Verkehrsprobleme auf der Rußhütte in den Griff zu bekommen sind, müssten die Verkehrsplaner in der Verwaltung entscheiden, sagte Schrader. Die CDU-Stadtratsfraktion hat einen Antrag für die nächste Sitzung des Bauausschusses am kommenden Mittwoch eingebracht. Die Verwaltung soll Vorschläge machen, um die Verkehrsprobleme zu lösen. Die CDU sei aber für den Ausbau, betont Fraktionschef Peter Strobel. Delia Lauterbach, Mitglied der Bürgerinitiative, arbeitet in der Nachmittagsbetreuung der Montessori-Grundschule. Sie kritisierte Roths Auftritt im Ausschuss. Das sei so nicht abgesprochen gewesen. Roth bestreitet aber, im Alleingang gehandelt zu haben.