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Rückgang bei Blutspenden wegen Corona im Saarland

Versorgung dennoch gewährleistet : Rückgang bei Blutspenden wegen Corona im Saarland

Während in Baden-Württemberg und Hessen an Pfingsten ein Engpass an Blutreserven vorherrschte, ist die Versorgung im Saarland gewährleistet.

„Die Menschen sind sehr solidarisch und spendebereit“, konstatiert Stephan Küpper, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) West vor dem Weltblutspendetag diesen Sonntag. Die aktuellen Reserven im Transfusionszentrum Bad Kreuznach, das für die Versorgung im Saarland und Rheinland-Pfalz zuständig ist, taxiert Küpper auf knapp über 6000. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg und Hessen liegt das Kontingent unter 3000, und damit auch unter den mit 3000 Blutreserven kalkulierten Tagesbedarf. Allerdings ist auch im Saarland und in Rheinland-Pfalz die Situation keineswegs optimal: „Wir kalkulieren mit einer Blutreserve, die viermal so hoch ist wie der tägliche Bedarf“, sagt Küpper. Das entspricht 12 000 Konserven. Die Diskrepanz resultierte primär aus „strukturellen Problemen“. So brächen aufgrund der Corona-Pandemie in Unternehmen, Universitäten und in Schulen Angebote weg, „in denen wir die Menschen sonst zu Spenden bitten: Zwischen Mai und August werden wir im Saarland 201 Termine verlieren, das heißt über 5000 Blutspenden.“

Zirka 14 000 Menschen in Deutschland sind jeden Tag auf Blutspenden angewiesen. „Deshalb möchte ich alle Saarländerinnen und Saarländer am heutigen Weltblutspendetag dazu motivieren, selbst Blut zu spenden, erklärte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Freitag aus Anlass des Weltblutspendetages.

Die saarländische Grünen-Chefin, Tina Schöpfer, machte unterdessen darauf aufmerksam, dass Homo- und Bisexuelle „praktisch immer noch von der Blutspende ausgeschlossen“ seien. Diese Diskriminierung müsse endlich beendet werden.