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Vorlesung
Ringvorlesung: die 68 im realen Sozialismus

Saarbrücken. Im Rahmen der literaturwissenschaftlichen Ringvorlesung der Universität des Saarlandes spricht Roland Marti, Professor für Slavische Philologie, am Montag, 16. Juli, ab 19 Uhr im Filmhaus, Mainzer Straße 8, über das Thema „68 einmal anders: im real existierenden Sozialismus“.

Der Eintritt ist frei.
In den Ländern, in denen der „real existierende Sozialismus“ herrschte, hatte die Chiffre 68 eine andere Bedeutung. Mit Ausnahme Jugoslawiens, das aber nur sehr mittelbar zu diesem Bereich gehörte, gab es dort keine 68er-Bewegung. Eine mit diesem Jahr verbundene Zäsur lässt sich nur für die tschechoslowakische Republik mit dem Prager Frühling und dessen gewaltsamer Unterdrückung durch Truppen der „sozialistischen Brudervölker“ feststellen. Eine (auch literarische) Aufbruchstimmung hatte früher begonnen, beispielsweise die Tauwetterperiode in der Sowjetunion. Die Zeit vor 68, das Jahr selbst und die darauf folgende Periode waren eher durch eine verstärkte staatliche Kontrolle gekennzeichnet und werden als Zeit der „Stagnation“ (UdSSR) bzw. der „Normalisierung“ (Tschechoslowakei) bezeichnet. Der Vortrag beleuchtet dies anhand von Beispielen aus slavischsprachigen Ländern.