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Regionalverband Saarbrücken meldet bisher 16 Corona-Todesfälle in Pflegeheim

Covid-19 : Regionalverband Saarbrücken meldet bisher 16 Corona-Todesfälle in einem Pflegeheim

Die Zahl der positiv getesteten Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen steigt – und auch die Zahl der Todesfälle. Wobei nicht immer klar ist, ob die Menschen an dem Virus gestorben sind oder an anderen Erkrankungen, die sie bereits hatten, bevor sie sich angesteckt haben.

In saarländischen Alten- und Pflegeheimen werden immer mehr Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Allein im Regionalverband Saarbrücken sind es mehr als 200 Fälle, wie die Verwaltung am Mittwoch mitteilte. Die Tests waren zuletzt deutlich ausgeweitet worden.

Unter den bisher 52 im Regionalverband gemeldeten Corona-Todesfällen sind 29 Bewohner von Pflegeheimen. Wobei gerade bei der Gruppe der Hochaltrigen mit teilweise zahlreichen und erheblichen Vorerkrankungen die Frage bleibe, ob diese ursächlich an Covid-19 gestorben seien oder ob sie zwar den Coronavirus im Körper hatten, aber an anderen Leiden gestorben seien, erklärte der Regionalverband Saarbrücken.

16 Todesfälle wurden bisher aus der Seniorenresidenz Viktoria in Püttlingen gemeldet. Die weiteren 13 Todesfälle verteilen sich recht gleichmäßig auf die auch bisher schon besonders betroffenen Einrichtungen: die zusammenliegenden Seniorenzentren Johanna-Kirchner-Haus und Haus Daarle der AWO, das Caritas Seniorenhaus Bischmisheim, das Egon-Reinert-Haus der Stiftung Saarbrücker Altenwohnstift und das Seniorenheim der Barmherzigen Brüder in Kleinblittersdorf.

Der Chefarzt des Corona-Zentrums in den SHG-Kliniken Völklingen, Prof. Dr. Harald Schäfer, hatte der SZ kürzlich gesagt, die meisten Todesfälle träten bei älteren Patienten mit Begleiterkrankungen auf. Solange man dies allerdings nicht genau mit Obduktionen untersuche, werde man keine Klarheit haben.

Auch von über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtungen liegen dem Gesundheitsamt positive Testergebnisse vor. Die Gesamtzahl liege vermutlich noch höher, da es sich hierbei nur um Personen handelt, die auch im Regionalverband wohnen. Neben den 200 Fällen in den sechs oben genannten Heimen liegen auch für zehn weitere Einrichtungen einzelne bestätigte Erkrankungsfälle vor. Im Umkehrschluss seien aber 31 von den 47 Heimen im Regionalverband gänzlich frei von bestätigten Coronafällen, erklärte der Regionalverband.

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) sagte: „Unser Gesundheitsamt steht in engem Kontakt mit den Trägern der Einrichtungen. Gemeinsam setzen wir alles daran, die Ausbreitung des Virus in den Heimen so gut es geht zu vermeiden. Die Heimleitungen und die Pflegekräfte arbeiten mit großem Engagement dafür, auch unter den schwierigen Bedingungen der Isolation die Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich zu versorgen. Uns allen wird es auch sehr helfen, dass das Gesundheitsministerium jetzt eine flächendeckende Testung der Bewohner und Mitarbeiter aller Einrichtungen beschlossen hat.“

Das saarländische Gesundheitsministerium hatte am Mittwoch gemeinsam mit dem Virologischen Institut des Universitätsklinikums in Homburg ein Konzept vorgelegt, mit dem Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal von Alten- und Pflegeheimen flächendeckend auf das neuartige Coronavirus getestet werden sollen.

Es ist vorgesehen, dass zunächst alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie das gesamte Personal der Pflege- und Senioreneinrichtungen auf SARS-CoV-2 getestet werden. Die Pflegeheimbewohner werden insgesamt zweimalig im Abstand von einer Woche und das Pflegepersonal fortlaufend zweimal pro Woche untersucht.