Kostenpflichtiger Inhalt: Plakate in der Saarbrücker Innenstadt : Rätsel um neue Saarbrücken-Werbung

Eine ungewöhnliche Werbe-Kampagne der Stadtverwaltung will Aufmerksamkeit für das üppige Kulturangebot wecken.

 Seit ein paar Tagen prangen überall in der Stadt in den großen Werbekästen neue Plakate. Wer gerne ins Theater geht oder ins Konzert, wird sie sicher registriert  haben: „Kleiner Club bis großes Theater“ steht drauf. Und darunter ist eine Internet-Adresse angegeben. Sonst nichts.

Die Plakate sehen auf puristische Weise ansprechend aus, nicht piefig und nicht marktschreierisch. In schwarz-grau mit matt gelber Schrift fallen sie zwar ins Auge, tun aber den Geschmacksnerven nicht weh.

Wonach die Plakate ganz sicher nicht aussehen, ist der vertraute Auftritt der Landeshauptstadt Saarbrücken. Nirgends findet sich das bekannte Logo mit der etwas verunglückten Trennung „Saar-Brü-cken“. Das so genannte Corporate Design, der normierte Außenauftritt der Stadt, der sonst alle Plakate, jeden Schriftverkehr der Verwaltung ziert, er findet sich nirgends. Nicht in der Schrift, nicht in den Farben.

Wenn man allerdings die angegebene Internet-Adresse events.saarbrücken.de aufruft, landet man genau da: bei der Stadt Saarbrücken. Genauer, beim Veranstaltungskalender der Stadt.

Wer steckt dahinter? Was ist der Grund für die Kampagne? Thomas Blug, Pressesprecher der Stadt Saarbrücken, antwortet auf unsere Nachfrage: „Saarbrücken hat ein derart reichhaltiges Kultur- und Freizeitangebot, wie es in keiner anderen Stadt vergleichbarer Größe der Fall ist. Wir wollen den Menschen vor Augen führen, was unsere Kulturschaffenden, Vereine, Initiativen, Gastronomen und Veranstalter Tag für Tag auf die Beine stellen“.

Der Internet-Veranstaltungskalender der Stadt soll möglichst das ganze üppige Angebot spiegeln. Hier kann man zum Beispiel  das Stichwort Theater eingeben und ein Datum. Und schon bekommt man angezeigt, was an diesem Tag an Theaterveranstaltungen in der Stadt angekündigt wird. Aber zum Beispiel auch Fastnachtsveranstaltungen und Wochenmärkte findet man hier. Der Kulturbegriff wird durchaus weit gefasst. Eine praktische Sache.

Aber der Kalender ist noch nicht überall bekannt.  Das soll anders werden. „Deshalb haben wir diese Plakat-Kampagne entworfen“, erläutert Blug. „Sie ist ganz bewusst nicht im städtischen Design gehalten und verwendet ebenso bewusst nicht den Begriff des Veranstaltungskalenders. Wir wollen neugierig machen und die Menschen auf unsere Seite ziehen“, sagt er weiter.

Das ist offenbar gelungen. Zwar kann man bei der Stadtverwaltung  noch nichts darüber sagen, wie oft die Seite aufgerufen wird. Die Auswertung kommt später. Aber neugierig gemacht hat man bereits. Das zeige ja auch schon die Anfrage der Zeitung, meint der Stadt-Pressesprecher. . .
www.events.saarbruecken.de