Kolumne : Post von der Damenbeauftragten

Es gibt Damen und Herren, Frauen und Männer und auch die Bezeichnung Divers. Und wir erinnern uns an Marlies Krämer aus Sulzbach, die sich dagegen wehrt, von ihrer Bank als „Kunde“ bezeichnet zu werden.

Sie möchte auch in unpersönlichen Formularen als „Kundin“ angesprochen werden und so als Frau in Sprache und Schrift erkennbar zu sein. Deshalb zog sie sogar bis vor den Bundesgerichtshof.

Eine frühere Lehrerin von mir – sie wohnt in Rheinland-Pfalz – bekommt seit einiger Zeit Mails oder Post mit der Anrede „Sehr geehrte Dame Beier“. Sie meinte, die Erklärung sei wohl, dass man normalerweise „Sehr geehrte Damen und Herren“ und nicht „Sehr geehrte Frauen und Herren“ schreibt. Man würde ja auch nicht an die „Frauen und Männer“ schreiben, also damit an den „Sehr geehrten Mann Beier“. Klingt plausibel, aber gehört oder gelesen habe ich es noch nie. Die Absenderin der Briefe oder Mails ist übrigens eine Frau. Noch dazu eine Frauenbeauftragte. Oder müsste es Damenbeauftragte heißen?