Polizei stoppt große Kurdendemo in der Saarbrücker Innenstadt

Über 100 Teilnehmer bei Anti-Türkei-Demo : Polizei beendet Kurdendemo in der Saarbrücker Innenstadt

Über 50 Einsatzkräfte der Polizei und der Bundespolizei waren am Sonntagabend notwendig, um die Demo aufzulösen.

Die Polizei wurde am späten Sonntagabend von Bürgern darauf aufmerksam gemacht, dass ungefähr 100 Kurden den Bahnhof stürmen sollen. Dabei sollen Gleise blockiert worden sein. Die Bundespolizei bestätigte die Anwesenheit der Kurden gegen 21.30 Uhr, ersuchte Unterstützung von der Saarbrücker Polizei. Die Gruppe soll sich zu diesem Zeitpunkt „laut grölend und hektisch mit Fahnen“, wie Bernd Eberlein, der Polizeihauptkommisar der Inspektion Saarbrücken-Stadt mitteilt, in Richtung Europagalerie weiterbewegt haben.

Die eingeschalteten Kräfte der Saarbrücker Polizei trafen in der Reichsstraße und der Bahnhofsstraße auf demonstrierende Kurden. Am Gustav-Regler-Platz fanden sich schließlich um die 130 Demonstranten zusammen. Eberlein berichtet vom Skandieren kurdischer Parolen, dem Schwenken von Fahnen und dem Versuch, die eigene Identität mittels Kleidung zu verschleiern. Die Störungen durch die Gruppen seien so massiv gewesen, dass die Saarbrücker Polizei Unterstützung aus allen saarländischen Landesteilen erhielt. Auch eine Diensthundeeinheit wurde eingesetzt.

Kurz nach dem Zusammenfinden auf dem Gustav-Regler-Platz setzte sich die Gruppe in Bewegung. Beim Überqueren von Straßen sorgte die Demonstration für erhebliche Behinderung bei Fahrzeugen und Passanten. „Aufforderungen der Polizei folgte man zu Beginn nur widerwillig“, so Eberlein. Ordnung sei erst eingekehrt, als die Polizei konsequente Maßnahmen gegen die Demonstranten ankündigte. Danach bewegte sich der Demonstrantenzug zurück Richtung Bahnhof.

Nach Aufforderung der Polizei beendete die kurdische Gruppe die Demonstration gegen 22.40 Uhr in der Reichsstraße. Auch die Bundespolizei war hier erneut im Einsatz. Nach ersten Bewertungen der Saarbrücker Polizei kam es im Laufe der Demonstration zu Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung, das Vereinsgesetz durch Zeigen von verbotenen Symbolen, Verstößen nach dem Versammlungsgesetz sowie Beleidigungen von Polizeibeamten. Diesbezüglich werden Ermittlungen aufgenommen. Auch die Bundespolizei prüft den Vorfall am Bahnhof. Laut Polizeiinspektion Saarbrücken waren 49 Beamte der saarländischen Vollzugspolizei sowie 20 Beamte der Bundespolizei eingebunden.

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