Polizei mahnt zu Vorsicht bei Elektro-Rädern

Kostenpflichtiger Inhalt: Mobilität in Saarbrücken : Polizei mahnt zur Vorsicht bei Elektro-Rädern

Noch gibt es nur wenige E-Bike-Unfälle in Saarbrücken. Das könnte sich aber sehr schnell ändern.

Obwohl bundesweit die Zahl der schweren Verkehrsunfälle mit E-Bikes und E-Scootern zunimmt, bleibt die Stadt Saarbrücken bislang davon verschont. Nach Angaben des saarländischen Polizeipräsidiums gab es in den vergangenen zwölf Monaten im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Saarbrücken-Stadt (St. Johann, Alt-Saarbrücken, St. Arnual und Brebach) neun Unfälle mit elektrobetriebenen Zweirädern und Mofas. An drei Unfällen waren E-Bikes beteiligt, an den anderen sechs Mofas. Sieben Personen wurden verletzt, drei davon schwer. E-Scooter (Elektroroller) sind in der Statistik noch nicht erfasst. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ließ die E-Scooter erst am 15. Juni dieses Jahres zu. Sie dürfen maximal 20 Kilometer pro Stunde erreichen.

Fahrer von Elektrorollern müssen den Radweg benutzen. Die Saarbrücker Polizei mahnt trotz der bislang wenigen Unfälle im Stadtbereich zur Vorsicht im Umgang mit Elektro-Zweirädern. „Fahrer von Elektro-Rädern sollten ihr körperliches Leistungsvermögen genau einschätzen können, denn bei diesen Rädern werden sehr schnell hohe Geschwindigkeiten erreicht“, sagt Udo Schneider, Leiter der Polizeiinspektion Saarbrücken-Stadt. Die häufigste Unfallursache ist demnach zu schnelles Fahren. Ein weiteres Problem ist nach Angaben des Landespolizeipräsidiums, dass man E-Bikes und E-Scooter nicht hört, weil sie so leise sind.

E-Bike ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Pedelec. Pedelec steht für Pedal Electric Cycle. Das ist ein Fahrrad mit elektrischem Hilfsmotor. Die normalen Pedelecs haben einen 250-Watt-Motor und erreichen 25 Kilometer pro Stunde. S-Pedelecs – „S“ steht für Speed – haben einen Motor mit 500 Watt und schaffen 45 Kilometer pro Stunde. Diese Geräte darf man nur auf der Straße fahren und sie brauchen ein Versicherungskennzeichen.

Udo Schneider von der PI Saarbrücken-Stadt: „Die Fahrdynamik eines E-Bikes ist durch den Antrieb einfach eine besondere, die man bei einem normalen Fahrrad eben nicht hat.“

Das birgt besondere Gefahren. Überhaupt starben im vorigen Jahr deutlich mehr Radfahrer im Straßenverkehr. Im ersten Halbjahr kamen bundesweit  158 ums Leben. Das waren 16 mehr als im Vorjahreszeitraum, und das ist ein Anstieg um 11,3 Prozent. Damit könnte sich ein Trend der vergangenen Jahre fortsetzen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im gesamten Vorjahr 445 Fahrradfahrer bei Unfällen. Im Jahr 2017 waren 382 Radfahrer umgekommen.

Polizeichef Schneider erklärt diesen Trend mit der steigenden Zahl. „Es gibt einfach immer mehr Radfahrer und Mountainbiker. Der Radtourismus nimmt zu, und die Menschen verbringen immer mehr Zeit im Sattel.“

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