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Fastenzeit
Plastikfasten in der Montessori Gemeinschaftsschule

Rund zehn Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr ins Meer. Die Montessori Schule setzt sich deshalb mit ihrem Müll auseinander.
Rund zehn Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr ins Meer. Die Montessori Schule setzt sich deshalb mit ihrem Müll auseinander. FOTO: Mark / dpa
Saarbrücken. Schüler, Eltern und Lehrer der Montessori Gemeinschaftsschule Saar in Friedrichsthal fasten. Aber nicht etwa Schokolade, sondern Plastik.

Die Gründe für diese Entscheidung sind nach Angaben der Gemeinschaftsschule die folgenden: Zehn Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr in die Meere. Im Wasser benötigt Plastik Hunderte von Jahren, bis es verrottet ist. Im Pazifik befindet sich nun der „siebte Kontinent“, ein gigantischer Müllstrudel, größer als Indien. Die Folge: Tiere verschlucken den Plastikmüll, Bali hat bereits den Müll-Notstand an seinen Stränden ausgerufen, Mikroplastik findet sich in Fischen und damit auch in unserer Nahrungskette, Seevögel gehen zu Grunde.



Deswegen verzichten Eltern, Lehrer und Schüler in der Fastenzeit auf Plastikverpackungen und Einwegartikel. Unterstützt durch das Netzwerk Entwicklungshilfe Saar, wird es während der Fastenzeit Vorträge, Workshops und Experimente zum Thema geben. Schüler werden Mikroplastik in Kosmetik aufspüren und selbst plastikfreie Kosmetik herstellen. An der Schule wird es einen „Müllfriedhof“ geben, um zu beobachten, wie verschiedene Müllsorten verrotten.

Zu Beginn der plastikfreien Zeit steht ein Vortrag der Meeresbiologin Frauke Bagusche zum Thema „Plastik Ozean“. Von Bagusche erfahren Schüler, Lehrer und Eltern aus erster Hand, wie die Vermüllung der Meere aussieht, Denn die Meeresbiologin segelte über 9000 Kilometer von der Karibik ins Mittelmeer, um das Ausmaß der Vermüllung der Ozeane zu erforschen. Außerdem sammelt die Schule während der Projektzeit ihren Plastikmüll. Ein konsumkritischer Stadtrundgang und ein Besuch im „Unverpackt“-Laden in Saarbrücken sollen den Schülern Alternativen zu Plastikverpackungen aufzeigen, so die Idee der Schule.