Pflegedienst trennt sich von vorbestraftem Mitarbeiter

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs : Pflegedienst trennt sich von vorbestraftem Mitarbeiter

Nachdem die Heimaufsicht beim Sozialministerium einem ambulanten Pflegedienst im nördlichen Saarland mit einem Beschäftigungsverbot für eine vorbestrafte Pflegekraft gedroht hat, zog der Arbeitgeber Konsequenzen: Er trennte sich von dem Mitarbeiter und kam damit einer entsprechenden behördlichen Verfügung zuvor.

Das Ministerium wurde offenbar nach einem anonymen Hinweis auf den Fall aufmerksam. Nach Informationen unserer Zeitung betreute der als Pfleger eingesetzte Mitarbeiter im ambulanten Dienst betagte und wohl teils verwirrte Patienten. Der Mann soll zuvor eine mehrjährige Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von mehreren Kindern verbüßt haben. Diese Taten geschahen, so heißt es, vor Jahren im benachbarten Rheinland-Pfalz. Er kam angeblich vorzeitig auf freien Fuß und erhielt demnach die Bewährungsauflage, sich von Kindern und Jugendlichen fernzuhalten. Unklar scheint, ob der Vorbestrafte sich bei seiner Pflegetätigkeit überhaupt an diese Vorgaben halten konnte, wenn beispielsweise Kinder in den Familien der zu Pflegenden lebten.

Die Heimaufsicht, die nach einer Gesetzesänderung auch für ambulante Dienste als Aufsichtsbehörde zuständig ist, soll zudem ernsthafte Bedenken geäußert haben, was die Sicherheit der Patienten betraf. Deshalb wurde der Geschäftsführung des Pflegedienstes im Rahmen einer Anhörung schriftlich mitgeteilt, dass ein Beschäftigungsverbot für den Mann beabsichtigt sei.

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Frederic Becker, Pressesprecher des Sozial- und Gesundheitsministeriums, einen entsprechenden Vorgang, ohne jedoch auf weitere Details einzugehen. Er teilte wörtlich mit: „Im laufenden Verwaltungsverfahren hat der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Mitarbeiter beendet. Damit fehlt die Grundlage für eine Tätigkeitsuntersagung, die dem Arbeitgeber untersagt, einen bestimmten Mitarbeiter in einem bestimmten Bereich einzusetzen.“

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