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Serie Menschen im Regionalverband
Die Arbeit ist für ihn Berufung

 Für Pfarrer Christian Heinz ist es wichtig, dass bei allen Projekten viele Jugendliche beteiligt sind.
Für Pfarrer Christian Heinz ist es wichtig, dass bei allen Projekten viele Jugendliche beteiligt sind. FOTO: Heiko Lehmann
Saarbrücken. Pfarrer Christian Heinz leitet die Jugendkirche eli.ja in Saarbrücken. Mit den Jugendlichen organisiert er viele Projekte.

Entspannt und gut gelaunt sitzt Christian Heinz auf dem Sofa in seinem Wohnzimmer und redet mit Begeisterung über seine Arbeit in der Kirche. Dabei hätte der 37-Jährige allen Grund dazu in Hektik und Stress zu verfallen. Eine Stunde später muss er Schulkinder in der Marienschule in Religion unterrichten, am Nachmittag findet noch eine Beerdigung statt und abends ist Jugendgottesdienst.


Seit dem Jahr 2011 ist Christian Heinz der Jugendpfarrer in eli.ja, der Kirche der Jugend in Saarbrücken. 2006 wurde der damals 25-Jährige in Rom zum Priester geweiht. Es ist das jüngste Alter, in dem man zum Priester geweiht werden kann. „Ich war immer schon fasziniert vom Glauben und von der Kirche. Ganz überraschend kam das für mich alles nicht“, sagt der Püttlinger Bub, der als Kind und Jugendlicher seine Freizeit fast ausschließlich in der Kirchengemeinde in Püttlingen verbrachte. „Ich muss dazu sagen, das ich damals wirklich ganz hervorragende Menschen in der Kirchengemeinde getroffen habe. Pfarrer Hans-Jörg Hoferer und Pastoralreferent Klaus Friedrich – beide haben mich geprägt und deswegen habe ich wohl auch diesen Weg eingeschlagen“, blickt Christian Heinz zurück. Nach der Weihe zum Priester in Rom hat der Püttlinger noch zwei Jahre in Rom gearbeitet und kam danach ins Saarland zurück.

Es wird wohl göttliche Fügung gewesen sein, dass Christian Heinz und die Jugend sich trafen. Im Oktober 2009 wurde aus der ehemaligen Pfarrkirche Elisabeth die Kirche der Jugend eil.ja. Zwei Jahre später übernahm Heinz das Kommando und führte die Jugendkirche in eine einmalige Erfolgsspur. Um die Kirche herum entstand ein Gemeinschaftsgarten, in dem die Bevölkerung Obst und Gemüse anbaut. In den Kirchengebäuden hinter der Kirche finden regelmäßig Workshops oder Theaterproben statt. Jeden Mittwoch, um 19.30 Uhr und jeden Sonntag um 18 Uhr sind die Jugendgottesdienste gut besucht. An Weihnachten waren mehr als 1000 Menschen da und konnten gar nicht alle in die Kirche.



Christian Heinz legt großen Wert darauf, dass bei allen Projekten viele Jugendliche dabei sind. „Die Gottesdienste sind nicht das entscheidende. Man braucht Platz und Räume, wo sich die Jugend entfalten und begegnen kann. Und diesen Platz bieten wir“, sagt der Jugendpfarrer, der nicht nur eli.ja betreut. Er ist Schulpfarrer und Religionslehrer in Saarbrücker Schulen sowie in der katholischen Fachschule für Sozialpädagogik. „Ich sehe es als Berufung und nicht als stressige Arbeit. Mir macht meine Arbeit großen Spaß. Oft kommen Jugendliche oder junge Erwachsene und fragen mich, ob ich den Gottesdienst der verstorbenen Großeltern übernehmen kann, obwohl sie aus einem ganzen anderen Teil von Saarbrücken kommen. Es ist eine schöne Form der Wertschätzung“, sagt Christian Heinz. An den Ostertagen ist in eli.ja mit Gottesdiensten, Workshops und Theaterstücken wieder volles Programm. Im Mai gibt es die Ausstellung „Wir gegen Rassismus“, im August wird das zehnjährige Bestehen von eli.ja gefeiert und im September besteht das Kirchengebäude seit 65 Jahren. Hinzu kommen Konzerte und andere Events, die von der Saarbrücker Jugend und ihrem engagierten Jugendpfarrer gemanagt werden.