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Petra Lamys Acting and Arts kämpft ums Überleben

Schauspielschule : So schnell wie möglich wieder die Kunst und das Leben feiern

Die Schauspielschule Acting an Arts wollte im Herbst ihr Zehnjähriges feiern und kämpft jetzt gegen die existenzbedrohende Corona-Krise.

Für viele Kulturinstitutionen bedeutet der derzeitige Lockdown durch die Corona-Krise, dass sie ums Überleben kämpfen. So auch für die private Schauspielschule Saarbrücken „acting and arts“. Denn die Schule, die im Herbst ihr zehnjähriges Bestehen feiern will, trägt sich von Beginn an ohne öffentliche Mittel. Schule, Schulleitung und Dozenten werden ausschließlich über die Kursgebühren und die Eintrittskarten der Produktionen finanziert.

Seit dem 16. März befindet sich die private Schule aber im Dornröschenschlaf. Während im Büro eifrig nach Lösungen gesucht wird, wurden alle Schauspielklassen, Workshops, Kurse und Proben bis auf weiteres abgesagt, und man hofft auf baldige Wiedereröffnung.

„Gerade die Monate Mai und Juni sind sehr wichtig für uns. Denn das wäre die Zeit, um den ausgefallen Unterricht der letzten Wochen bis zu den Sommerferien nachzuholen“, erklärt Petra Lamy, Schauspielerin und Schulleiterin von „acting and arts“.

Allerdings wäre schon der Monat Mai zur Eröffnung zeitlich sehr eng. Denn die Studenten im Schauspiel-Intensivprogramm konnten ihre Abschlussproduktion, die eigentlich Anfang Mai zur Aufführung gekommen wäre, wegen der Corona-Krise nicht zu Ende proben. „Selbst wenn es jetzt wieder losgehen würde, bräuchte das Ensemble sieben Wochen, bis die Aufführungen stattfinden können. Und je später wir anfangen, desto mehr rutschen wir in die Sommerferien“, sagt sie weiter. So ist es nicht ganz klar, ob es zu diesen Aufführungen überhaupt kommen kann.

Statt sich mit Absagen und Terminverschiebungen zu beschäftigen, wollte sich Petra Lamy in diesem Frühjahr und Sommer eigentlich um ganz andere Dinge kümmern. Denn im Herbst steht das zehnjährige Jubiläum der Schule an. „Da war ein kleinesFestival geplant“, sagt sie. Wie es nun weitergeht, ist noch offen. „Wir müssen mit so vielen Variablen arbeiten, das ist nicht einfach“, sagt sie.

Aber Petra Lamy kämpft um ihre Schule, für ihre Dozenten und Studenten. Soforthilfe ist beantragt, gerade war das Schreiben vom Land in der Post, dass die Soforthilfe ( also einmal 3000 Euro) bewilligt ist. „Jetzt hoffe ich für Mai und Juni dass auch dir Bundeshilfe durchgehen wird“, sagt Lamy.

„Dann wollen wir den schon bezahlten Unterricht so schnell als möglich nachholen, damit wir in den Räumen wieder neue Kurse anbieten können und neue Einnahmen haben, allein schon, damit auch die Dozenten, die fast alle freischaffend sind, wieder Geld verdienen können“.

Daher hat Petra Lamy gerade auch einen Brief an die Kultusministerin Christine Streichert-Clivot geschickt, in dem sie beschreibt, wie groß, bzw. klein die einzelnen Kurse seien, wie gut man Hygienemaßnahmen einhalten könne und auch wie groß, hell und luftig die Räumlichkeiten der Schule sind. Das spricht dann hoffentlich alles für eine baldige Wiedereröffnung.

Aber Petra Lamy und ihre Mitstreiter von „acting and arts“ sind auch in der Krise kreativ. „Unsere Dozenten und Schüler sind alle miteinander über Whatsapp verbunden. Jeder Kurs hat eine eigene Gruppe. Zuerst war nur angedacht, mit kleinen kreativen Videoübungen den Kontakt zu halten. Aber dann wurde begonnen, auch kleine Schauspielaufgaben zu verteilen, Challenges anzunehmen“, berichtet sie weiter.

Bei diesen Challenges machten fast alle sehr begeistert mit. Und so wurde nicht nur die Gemeinschaft zusammengehalten, sondern es kamen auch schöne, kleine Beiträge dabei heraus. „Die sind wir gerade am Bearbeiten und werden sie dann auch auf unserem YouTube-Kanal und unserer Internetseite einstellen“, sagt Petra Lamy. Man merkt, dass sie auf keinen Fall aufgeben will. So schnell wie möglich, will sie „wieder mit und für die Menschen das Leben und die Kunst feiern“.
www.acting-and-arts.com