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Kommentar
Seltsames Spektakel

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Letzten Endes kann selbst die CDU-Stadtratsfraktion nicht schlüssig erklären, warum sie jetzt diesen Antrag zur Unterstützung der Tafel gestellt hat. Zumindest wurde das bei der Sitzung am Dienstag in der Debatte nicht deutlich. Von Jörg Wingertszahn

Der Verein, der die Tafel organisiert, hat jedenfalls explizit  keine Hilfe von irgendeiner Partei oder der Stadt gefordert. Die Verantwortlichen der Tafel wussten nach eigener Aussage bis vor Kurzem nicht einmal, dass Geld übrig ist. Vielmehr ist  die CDU vorgeprescht. Die Tafel zu unterstützen ist natürlich richtig. Und klar ist auch, dass  jede Hilfsorganisation sich freut, wenn sie Spenden bekommt. Es mutet aber  grotesk an, „vorbehaltlich“ Geld zu beantragen für den Fall, dass die Tafel das auch will. Die Verantwortlichen der Tafel sind unglücklich darüber, wie sehr die Debatte aus dem Ruder gelaufen ist. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen ihren Job seit 20 Jahren sehr erfolgreich und wissen selbst, was zu tun ist.


Das Manöver der CDU legt den Schluss nahe, dass sich die CDU mit Blick auf die Kommunalwahl  2019 gegenüber der Öffentlichkeit als soziale Wohltäterin profilieren will. Die Tafel ist leider zum Spielball der Kommunalpolitik geworden. Das hat sie nicht verdient.

Wenn die CDU-Fraktion es mit der Bekämpfung der Armut in Saarbrücken wirklich ernst meint, sollte sie jetzt das Spektakel beenden und der Saarbrücker Tafel aus ihrer Fraktionskasse die 3000 Euro spenden.