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Parken in Saarbrücken
Was New York mit den Parkpreisen zu tun hat

Sabine Weigerding ärgert sich einmal mehr über die Preise im Q-Park Parkhaus am Staatstheater.
Sabine Weigerding ärgert sich einmal mehr über die Preise im Q-Park Parkhaus am Staatstheater. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken . Zumindest an der Congresshalle ist Parken vor kurzem billiger geworden. Auch bei Karstadt und Kaufhof wird es günstiger. Von Jörg Wingertszahn

In die angespannte Parksituation in Saarbrücken kommt etwas Bewegung. Q-Park, der größte Anbieter von Parkplätzen in Saarbrücken, hat in seinem Parkhaus an der Saarbrücker Congresshalle seit 3. September ein neues Sonderticket eingeführt. Samstags, sonntags und feiertags ist die Tageshöchstgebühr auf sechs Euro begrenzt, wie Q-Park-Sprecher Peter Jädtke auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. Werktags liegt die Tageshöchstgebühr bei 16 Euro. Ansonsten zahlt man werktags je angefangene Stunde 2,20 Euro, samstags und sonntags 1, 50 Euro. Zum Vergleich: Im Parkhaus von Q-Park am Rathaus in der City kosten die ersten angefangenen 30 Minuten werktags 1,20 Euro, die zweiten angefangenen 30 Minuten einen Euro, je weitere angefangene 60 Minuten 2,20 Euro. Sonntags und feiertags kostet das Parken je angefangene 60 Minuten 1,80 Euro. Die Tageshöchstgebühr liegt bei 16 Euro.


Q-Park mit Sitz in Grevenbroich betreibt in Saarbrücken insgesamt 14 Parkplätze. Weitere Vergünstigungen wie an der Congresshalle sind nach Jädtkes Angaben nicht geplant. Das bestätigt auch die Sales- und Marketingmanagerin von Q-Park, Maren Frankemölle, auf Anfrage unserer Zeitung. Weitere Vergünstigungen seien aktuell nicht geplant, ausgeschlossen seien sie aber auch nicht. Dahinter stecke eine langfristige Planung. „Wie sehen uns die Auslastung der Parkplätze an und entscheiden demnach. Mit der Auslastung in Saarbrücken sind wir generell zufrieden“, sagte Frankemölle. „Kostenloses Parken können wir nicht anbieten. Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen“, sagte sie vor dem Hintergrund der Übernahme durch einen neuen Eigentümer.

Q-Park verfügt eigenen Angaben zufolge europaweit über einen Bestand von über 800 000 Parkplätzen und Büroräumen in den Niederlanden, Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Irland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. „In Deutschland haben wir im Jahr 2000 in Saarbrücken mit dem Aufbau unseres Unternehmens begonnen. Heute sind wir in 37 Städten mit 116 Parkobjekten und insgesamt mehr als 88 000 Stellplätzen vertreten“, teilt Q-Park mit.



2017 hat der US-amerikanische Hedgefonds Kohlberg, Kravis und Roberts (KKR) mit Sitz in New York Q-Park in Europa komplett übernommen. KKR ist an der Börse notiert und verwaltet Vermögenswerte von fast 140 Milliarden Dollar, wie die FAZ berichtet.

Mehr als 100 Unternehmen mit insgesamt fast einer Million Mitarbeitern, darunter der deutsche Rüstungszulieferer Hensoldt, befinden sich demnach im Besitz des Unternehmens. Henry Kravis, Milliardär und einer der Gründer des Finanzinvestors Kohlberg, Kravis und Roberts, war das Vorbild für die Figur des Finanzhais Gordon Gekko, die Schauspieler Michael Douglas 1987 im Film „Wall Street“ verkörperte.

Auch die Saarbrücker Warenhäuser Karstadt und Kaufhof haben ihre Parkpreise neu gestaltet. Karstadt-Kunden können seit dem 1. September bei einem Einkauf ab 50 Euro eine Stunde lang im firmeneigenen Parkhaus kostenlos parken, ab einem Einkauf von 100 Euro zwei Stunden lang, wie Geschäftsführer Gilbert Weigel mitteilte. Die Galeria Kaufhof mit einem Angebot von 600 Stellplätzen verlangt von ihren Kunden einen Tageshöchstsatz von neun Euro, andere Nutzer zahlen 14. Euro. Seit Neuestem wird Kunden aber ein Teil der Parkgebühr erstattet, wie Galeria Kaufhof mitteilte.

Im Q-Park-Haus an der Congresshalle in der Hafenstraße gibt es neuerdings vergünstigte Sondertickets.
Im Q-Park-Haus an der Congresshalle in der Hafenstraße gibt es neuerdings vergünstigte Sondertickets. FOTO: BeckerBredel
Das Q-Park-Deck an der Westspange gilt ohnehin schon als Geheimtipp, wenn das Parken mal nicht ganz so teuer sein soll.
Das Q-Park-Deck an der Westspange gilt ohnehin schon als Geheimtipp, wenn das Parken mal nicht ganz so teuer sein soll. FOTO: BeckerBredel