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Ophüls-Filmfestival soll es nicht nur online geben

Kulturausschuss der Stadt Saarbrücken : Filmfestival soll es nicht nur online geben

Max-Ophüls-Chefin berichtet im Saarbrücker Kulturausschuss über verschiedene Szenarien für 2021.

In der Sitzung des Kulturausschusses der Stadt Saarbrücken hat Svenja Böttger, Leiterin des Max-Ophüls-Festivals, über die Planungen für 2021 berichtet. „Es wird auf alle Fälle ein Max-Ophüls-Festival geben, das aber nicht so ist, wie wir es kennen und lieben. Wir haben sechs Szenarien erarbeitet, was bis dahin sein kann. Von der besten Möglichkeit, dass es einen Impfstoff gibt, bis zum schlechtesten Szenario, dass es einen zweiten, regionalen Lockdown gibt“, erklärte Böttger. Dabei liege der Fokus auf den drei wahrscheinlichsten Szenarien. „Das Programm und die Anzahl der Filme haben wir ein wenig gekürzt, dafür soll es mehr Vorstellungen geben.“ Denn aufgrund der Abstandsregeln rechne sie damit, dass auch im größten Kinosaal nur 78 Plätze belegt werden dürfen. Vieles, was man sonst vom Filmfestival kennt und schätzt, ist noch offen. „Die Tickets soll es nicht nur online geben, auch das Rahmenprogramm liegt noch im Dunkeln. Wir müssen einfach die Erfahrungen des Theaters und der Gastronomie im Herbst abwarten.“  Außerdem rechne sie mit weniger Besuchern, auch aus der Filmbranche. „Aber wir haben Lust. Wir sind motiviert. Und wir wollen, dass Max-Ophüls nicht nur online zu sehen ist. Kultur muss stattfinden, und wir müssen das Beste daraus machen.“

Für ihren Bericht gab es viel Lob und Nachfragen von Seiten der Ausschussmitglieder. Ob man „Lolas Bistro“ nicht nach draußen verlegen könne? Ob das Cinestar weiterhin Spielstätte sei? Wie man die Filme online stellen wolle? Svenja Böttger konnte alle Fragen souverän beantworten, sorgte sogar für einen Lacher. „Ja, wir überlegen, draußen was zu machen. Aber nicht unbedingt mit Heizpilzen wegen der Nachhaltigkeit. Und so groß muss die Örtlichkeit gar nicht sein, denn nach einer Stunde friert jeder und will wieder rein.“

Böttger teilte auch mit, dass sie endlich Verantwortliche im Cinestar erreicht habe und die Spielstätte wohl weiter zur Verfügung stehe. Sie erläuterte noch, dass man die Filme nicht jederzeit online zeigen könne. „Da es sich um Premieren handelt, unterliegen sie besonderen Regeln, da sind wir rechtlich gebunden.“

Das zweite Thema auf der Tagesordnung waren die Saarbrücker Kultur- und Lesetreffs. Da einige der Stadtratsmitglieder diese Institutionen nicht gut kennen würden, übernahm es Katharina Ries, Mitarbeiterin des Kulturamtes, diese zu präsentieren. Sie erläuterte, dass durch den Neubau der Stadtbibliothek im Jahr 1998 aus den Zweigstellen in den Stadtteilen St. Arnual, Brebach, Burbach, Malstatt, und Dudweiler die Kultur- und Lesetreffs hervorgegangen sind. „Heute sind es nachbarschaftliche Begegnungstreffs, das Buch spielt nur noch eine begleitende Rolle“, erläuterte sie. Da die Stadt für die Kultur- und Lesetreffs kein sehr hohes Budget habe, habe sie sich vor Ort Kooperationspartner gesucht, mit denen zusammen die Verwaltung ein niedrigschwelliges Kulturangebot biete. Dazu ist gerade eine neue Broschüre erschienen. Außerdem gebe es Ansprechpartner vor Ort, die sich im Stadtteil auskennen, die ihren Besuchern auch Lebenshilfe, Bildungsangebote und Beratung anbieten.

Katharina Ries betonte, wie wichtig die Kooperationspartner sind,  denn im nicht öffentlichen Teil der Sitzung ging es auch um die neuen Kooperationsverträge, um die Kultur- und Lesetreffs zu betreiben.

Anschließend ging es um den Alt-Saarbrücker Weihnachtsmarkt , der in diesem Jahr im Deutsch-Französischen-Garten stattfindet. Anne Kessler, ebenfalls Mitarbeiterin des Kulturamts, wartete dabei mit einigen Überraschungen auf. Der „Weihnachtsgarten“ löste aber auch eine rege Debatte aus.

Ebenso wie der Antrag der Fraktionen, ein  Mahnmal zur Erinnerung an die Homosexuellenverfolgung zu errichten. Obwohl der Antrag schon im vergangenen Jahr angenommen wurde, sei bisher zu wenig passiert, war der Vorwurf eines Stadtratsmitglieds.

Sowohl Kulturdezernent Thomas Brück (Grüne) als auch Hans-Christian Herrmann, der Leiter des Saarbrücker Stadtarchivs, berichteten von ihrem Treffen am Vortag mit dem Lesben- und Schwulenverband Saarland. „Zuerst ist eine wissenschaftliche Aufarbeitung nötig. Man sollte sich Zeit nehmen, nicht in blinden Aktionismus verfallen, damit die Erinnerungskultur keinen Schaden nimmt“, erklärte Hans-Christian Herrmann.